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14.09.2015

16:15 Uhr

Streik bei der Lufthansa

Airline und Piloten verhandeln noch diese Woche

Noch in dieser Woche wollen sich Vertreter der Fluglinie Lufthansa und der Pilotenvereinigung Cockpit wieder an einen Verhandlungstisch setzen. Ein Arbeitsgericht hatte die jüngste Streikrunde der Piloten gestoppt.

Die Piloten der Lufthansa wollen noch in dieser Woche wieder mit ihrem Arbeitgeber verhandeln. dpa

Streik der Lufthansa-Piloten

Die Piloten der Lufthansa wollen noch in dieser Woche wieder mit ihrem Arbeitgeber verhandeln.

FrankfurtNach der gerichtlich abgebrochenen 13. Streikrunde verhandeln Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit noch in dieser Woche wieder miteinander. Beide Seiten nannten am Montag aber keinen exakten Termin, um die Gespräche nicht mit einem zu hohen öffentlichen Erwartungsdruck zu belasten.

Nach dpa-Informationen soll aber die für Mittwoch geplante Aufsichtsratssitzung des DAX-Konzerns abgewartet werden, von der wichtige Personalentscheidungen erwartet werden.

In den Gesprächen soll es ausschließlich um die Übergangsversorgung der rund 5400 Piloten der Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings gehen. Die Lufthansa hatte die Regeln dazu zum Jahresende 2013 einseitig gekündigt. Sie will erreichen, dass die Piloten später als derzeit in den Vorruhestand gehen. Bislang war das im Einzelfall bereits mit 55 Jahren möglich, wenn sämtliche neu eintretenden Vorruheständler zusammen einen Altersschnitt von 58 Jahren erreichten.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Zwischenzeitliche Angebote zur Anhebung des Durchschnittsalters um zwei Jahre hat die VC wieder vom Tisch genommen. „Wir kehren zu unserer ursprünglichen Forderung aus dem Jahr 2014 zurück“, sagte VC-Sprecher Markus Wahl. Das Angebot stand im engen Zusammenhang mit Forderungen zur Begrenzung der Billigtochter Eurowings.

Das Hessische Landesarbeitsgericht hatte an der Verknüpfung Anstoß genommen und den Streik der Piloten gestoppt, weil außertarifliche Streikziele verfolgt würden.

Von

dpa

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