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30.11.2014

12:02 Uhr

Streik bei der Lufthansa

Piloten legen schon wieder die Arbeit nieder

Die Piloten der Lufthansa streiken am Montag und Dienstag erneut. Lufthansa-Passagiere müssen sich wieder auf massive Einschränkungen gefasst machen. Kurz- und Langstreckenflüge sind gleichermaßen Ziel des Streiks.

FrankfurtBetroffen sind deutschlandweit ab Montag 12.00 Uhr bis Dienstag 23.59 Uhr Flüge der Kurz- und Mittelstrecke sowie zusätzlich am Dienstag zwischen 03.00 Uhr und 23.59 Uhr auch Langstreckenflüge, wie die Vereinigung Cockpit am Sonntag mitteilte. Die Tochter Germanwings ist dieses Mal vom Streik ausgenommen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte schon am späten Freitagabend die Verhandlungen über die betriebliche Frührente erneut für gescheitert erklärt. „Ab sofort“ und „jederzeit“ müssten sich die Lufthansa-Passagiere auf neue Arbeitsniederlegungen einstellen. An Weihnachten will die Pilotengewerkschaft aber nicht streiken, so die Gewerkschaft Cockpit.

Die Streiks bei der Lufthansa 2014

2.-4. April 2014

Mit einem dreitägigen Streik legen Piloten die gesamte Lufthansa praktisch lahm. 3800 Flüge fallen aus, etwa 425.000 Fluggäste sind betroffen.

29. August

Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) bestreikt die Lufthansa-Tochter Germanwings. 116 Flüge fallen aus. Laut Schätzungen der Airline sind rund 15.000 Passagiere betroffen.

5. September

VC bestreikt Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa, die in Frankfurt starten. 218 Verbindungen fallen aus.

10. September

VC streikt am Drehkreuz München. 140 Flüge fallen aus.

16. September

Den in Frankfurt geplanten Langstrecken-Streik sagt die VC am Vorabend mit der Begründung ab, dass neue Gespräche angepeilt würden. Die Lufthansa hatte zuvor angekündigt, alle 40 bedrohten Überseeflüge auch ohne VC-Piloten anzubieten.

25. September

VC erklärt die erneuten Verhandlungen mit der Lufthansa für gescheitert und kündigt weitere Streiks an.

30. September

Im Zuge eines erneuten Streiks am Drehkreuz Frankfurt streicht die Lufthansa knapp 50 Flüge - inklusive Rückflüge. Rund 20.000 Kunden sind den Angaben zufolge betroffen.

16. Oktober

Germanwings-Piloten legen ihre Arbeit nieder. 100 Flüge werden gestrichen.

In mehreren Verhandlungsrunden seit dem letzten Streik im Oktober hätten „keine echten Fortschritte“ erzielt werden können, erklärte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg. Es gehe dem Management nicht um Lösungen, sondern darum, „ein autokratisches Führungsmodell“ durchzusetzen. Die Fluggesellschaft habe leider die Kompromissvorschläge der Gewerkschaft nicht aufgegriffen und beharre auf „Maximalforderungen“.

Im Mittelpunkt des seit Monaten schwelenden Tarifkonflikts steht die sogenannte Übergangsversorgung, die es bislang noch etwa jedem zweiten der 10.000 Piloten des Konzerns erlaubt, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Sie erhalten in der Übergangszeit bis zur gesetzlichen Rente bis zu 60 Prozent ihrer Bezüge. Die Lufthansa will die Altersgrenze anheben, Cockpit lehnt dies ab und machte mehrfach mit Streiks Druck.

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