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22.02.2015

15:32 Uhr

Streik bei Deutsche Bahn

Alexander Dobrindt warnt die GDL

Die Bahn lenkt offenbar ein und will den Tarifkonflikt mit der GDL schlichten. Von der Gewerkschaft gibt es aber noch keine Reaktion auf die Bereitschaft des Unternehmens. Der Bundesverkehrsminister übt scharfe Kritik.

Der Bundesverkehrsminister fordert von der Lokführergesellschaft verantwortungsvoll mit der Tarifautonomie umzugehen. dpa

Dobrindt mahnte die GDL

Der Bundesverkehrsminister fordert von der Lokführergesellschaft verantwortungsvoll mit der Tarifautonomie umzugehen.

BerlinBundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Lokführergewerkschaft GDL vor einem weiteren Streik bei der Deutschen Bahn gewarnt. „Wer plant, 100 Stunden zu streiken, sollte beweisen, dass er 100 Stunden ernsthaft verhandeln kann“, sagte der CSU-Politiker der „Bild am Sonntag“. Er sehe in der Bevölkerung für einen Dauerstreik keinerlei Rückhalt. „Eine Lösung des Konflikts wird es ohnehin nur am Verhandlungstisch geben.“ Ein Bahnsprecher sagte, man habe von der GDL noch keine Reaktion auf die Bereitschaft des Unternehmens erhalten, eine Lösung des Tarifstreits über eine Schlichtung zu suchen.

GDL-Chef Claus Weselsky bekräftige die Bereitschaft seiner Gewerkschaft zu einem weiteren Streik. Der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte er: „In einem überschaubaren Zeitraum wird ein Streik unvermeidbar sein, wenn die Arbeitgeber ihre Haltung nicht aufgeben.“ Was „überschaubar“ bedeutet, erläuterte er nicht. Dem Bericht zufolge hat der Deutsche Beamtenbund inzwischen seine Vorbehalte gegen die Streikpläne seiner Mitgliedsgewerkschaft GDL aufgegeben und unterstützt sie wieder. Die Dachorganisation habe auf Informationen verwiesen, „die die Verhandlungsführung der Deutschen Bahn in neuem Licht erscheinen lassen“.

Damit könnte die GDL ihre Mitglieder in der neuen Woche zu einem Ausstand aufrufen. Die Gewerkschaft hat im laufenden Tarifkonflikt bisher sechsmal gestreikt. Sie argumentiert, die Bahn wolle verhindern, dass die GDL unabhängig von der größeren Konkurrenzgewerkschaft EVG für ihre Mitglieder auch beim Zugpersonal eigene Verträge aushandeln will.

Die Streiks der GDL

1. Warnstreik am 1. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Warnstreik am 6. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

1. regulärer Streik am 7. und 8. Oktober

Neun Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Streik am 15. und 16. Oktober

14 Stunden im Personen- und Güterverkehr.

3. Streik vom 17. bis 20. Oktober

50 Stunden im Personenverkehr und 61 Stunden im Güterverkehr.

4. Streik vom 6. bis 8. November

64 Stunden im Personenverkehr und 75 Stunden im Güterverkehr.

5. Streik vom 21. bis 24. April

66 Stunden im Güterverkehr, Dienstag (15 Uhr) bis Freitag (9 Uhr) und 44 Stunden im Personenverkehr, Mittwoch (2 Uhr) bis Donnerstag (21 Uhr).

6. Streik vom 4. bis 10. Mai

Bislang längster Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn AG - 127 Stunden im Personenverkehr und 138 Streikstunden im Güterverkehr

7. Streik vom 19. bis 21. Mai

Die GDL streikt zunächst, ohne einen Endpunkt zu nennen – einigt sich aber am 21. Mai mit der Bahn auf eine Schlichtung.

Dobrindt mahnte die GDL, verantwortungsvoll mit der Tarifautonomie umzugehen. Man dürfe die Akzeptanz bei der Bevölkerung nicht überstrapazieren.

Von

rtr

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