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09.05.2015

16:37 Uhr

Streik bei Deutscher Post

Tarifverhandlungen mit Verdi abgebrochen

Bei der Post eskaliert der Streit über kürzere Arbeitszeiten, der Ton zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Post wird schärfer. Die Tür ist zwar nicht vollständig zugeschlagen, aber weitere Streiks stehen bevor.

Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Verkürzung der Wochenarbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich. dpa

Tarifkonflikt bei der Deutschen Post

Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Verkürzung der Wochenarbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich.

Bonn/BerlinDer Tarifkonflikt bei der Deutschen Post um kürzere Arbeitszeiten hat sich dramatisch zugespitzt. In der vierten Verhandlungsrunde in Berlin lehnte die Gewerkschaft Verdi am Samstag ein neues Angebot der Arbeitgeber als unzureichend ab. Daraufhin wurden die Gespräche abgebrochen. Über den Fortgang soll jetzt die Tarifkommission entscheiden.

Verdi kündigte zugleich für die kommende Woche bundesweite Streikmaßnahmen an. Damit geraten möglicherweise immer mehr Postkunden durch verspätete Zustellungen von Briefen und Paketen in den Strudel des Arbeitskampfes. Mit Unverständnis reagierte die Personalchefin der Post, Melanie Kreis, auf die ablehnende Haltung der Gewerkschaft.

„Wir haben aus unserer Sicht ein sehr solides Angebot vorgelegt und sind enttäuscht, dass dieses in Bausch und Bogen zurückgewiesen wurde“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Das Management hatte unter anderem angeboten, den Kündigungsschutz um drei Jahre bis Ende 2018 zu verlängern und den 24. und 31. Dezember wieder als arbeitsfreie Tage einzuführen. Daraus ergebe sich insgesamt eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich.

Die Gewerkschaft fordert eine Verkürzung der Wochenarbeitszeiten von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Deutsche Post lehne es ab, zu einer Einigung im Gesamtpaket zu kommen, erklärte die Verhandlungsführerin von Verdi, Andrea Kocsis, einer Mitteilung zufolge. „Mit ihrem Angebot verschärft die Post den Tarifkonflikt. Das werden die Beschäftigten nicht hinnehmen.“ Statt Schutz und Perspektive gebe es mehr Unsicherheit, meinte Kocsis. „Die Zeichen stehen jetzt auf Sturm.“

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Wo Schlecker und Karstadt scheiterten, probiert es nun die Deutsche Post. Sie will mit einer hausinternen Neugründung den eigenen Tarifvertrag unterlaufen. Mitarbeiter und Gewerkschaft wehren sich erbittert.

Die Post rief die Gewerkschaft mit Blick auf die erneut anstehenden Warnstreiks dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Hintergrund des Tarifstreits ist die Gründung von regionalen Firmen in der Paketzustellung. Darin sieht Verdi einen Verstoß gegen tarifvertragliche Vereinbarungen. In der vierten Tarifrunde hatte die Gewerkschaft zudem ihre Vorstellungen zu den Entgelten des ebenfalls neu zu verhandelnden Haustarifvertrages auf den Tisch gelegt.

Dabei sorgte die Forderung von 5,5 Prozent mehr Geld für die 140.000 Beschäftigten für weiteren Zündstoff in dem Tarifkonflikt. Die Post wies die Forderungen prompt als realitätsfern und unfinanzierbar zurück. Über diesen Tarifkomplex wollen Post und Verdi nun am 20. und 21. Mai in Bonn verhandeln. Ob dabei auch das Thema Arbeitszeitverkürzung erneut auf den Tisch kommt oder ausgeklammert bleibt, ist nicht klar.

Von

dpa

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