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08.01.2014

10:45 Uhr

Streik erfolglos

Textilarbeiterinnen in Kambodscha arbeiten wieder

Die Textilarbeiterinnen in Kambodscha haben die Welt auf ihr Schicksal aufmerksam gemacht. Ihr Ziel einer Lohnverdopplung erreichten sie aber nicht. Die meisten arbeiten wieder. Aber der Kampf ist nicht zu Ende.

Protestierende Textilfabrikarbeiter (Bild vom 2. Januar):  „Wenn wir nichts erreichen, streiken wir wieder.“ dpa

Protestierende Textilfabrikarbeiter (Bild vom 2. Januar): „Wenn wir nichts erreichen, streiken wir wieder.“

Phnom PenhNach erfolglosen Streiks sind die meisten Textilarbeiterinnen in Kambodscha am Mittwoch wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. „Alle Fabriken sind wieder auf“, sagte Ken Loo, Generalsekretär des Textilherstellerverbandes (GMAC). „90 Prozent der Arbeiterinnen sind zurück.“ Die Arbeiterinnen verlangen eine Verdoppelung des Mindestlohns auf 120 Euro im Monat. Die Regierung hat nur 20 Prozent Erhöhung angeboten.

Nach Angaben des Verbandes arbeiten in mehr als 400 Fabriken 600.000 überwiegend weibliche Beschäftigte. Die Textilindustrie ist mit 3,7 Milliarden Euro Exporterlösen im Jahr mit Abstand die größte Exportindustrie im Land. Unter anderem lassen europäische und amerikanischen Marken wie Gap, H&M, Puma und Adidas in Kambodscha produzieren.

Kambodscha: Millionenverlust durch Textilstreiks

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Millionenverlust durch Textilstreiks

Aufgrund der Streiks der Textilarbeiterinnen in Kambodscha entgehen den Herstellern 150 Millionen Euro Einnahmen. Die Arbeiterinnen streiken für eine Verdoppelung der Mindestlöhne. Doch die Regierung stellt sich quer.

Ein Gewerkschaftssprecher bestätigte, dass der Arbeitskampf nach den Zusammenstößen mit der Polizei und fünf Toten am vergangenen Freitag zunächst beendet wurde. „Die Arbeiterinnen sind zurück, aber unsere Forderung bleibt. Wir verhandeln weiter mit den Fabriken und der Regierung“, sagte der Präsident der Textilarbeitergewerkschaft, Ath Thon. „Wenn wir nichts erreichen, streiken wir wieder.“

Zehntausende Beschäftigte hatten die Arbeit am 24. Dezember niedergelegt. Viele Fabrikbesitzer schlossen die Fabriken, um weitere Streiks zu verhindern. 80 Prozent der Produktion lag nach Gewerkschaftsangaben vorübergehend still. Die Arbeitgeber haben dabei nach eigenen Angaben fast 150 Millionen Euro verloren.

Die Arbeitgeber und die Regierung sitzen bei den Verhandlungen in einem Boot. Sie fürchten beide nach eigenen Angaben, dass Einkäufer abspringen und Fabrikbesitzer abwandern, wenn Textilien durch höhere Löhne teurer werden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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08.01.2014, 11:05 Uhr

"Die Arbeitgeber und die Regierung sitzen bei den Verhandlungen in einem Boot. Sie fürchten beide nach eigenen Angaben, dass Einkäufer abspringen und Fabrikbesitzer abwandern, wenn Textilien durch höhere Löhne teurer werden."

Jaja, ich kaufe den Mist sowieso nicht, wer braucht denn 10 Billigshirts und 20 Billighosen?
Und die immer größere Frage, wer kann sich mehr als nur eins davon leisten?
Wenn sowieso schon rund 20% der arbeitenden Bevölkerung aufstocken muß, wie billig muss es dann noch werden, und wieviel weniger dürfen die Arbeiter, die jetzt auch nichts verdienen, dann noch "bekommen"?
Wenn das Marktwirtschaft sein soll, nein danke. Auf solche Geschäfte kann man auch als Verbraucher gut verzichten.
Ich sitze hier in einer Markenjeans, die ist 15 Jahre alt, der Schnitt ist gerade wieder in, für die anderen "Trends" habe ich noch andere, fällt also garnicht mehr auf, selbst die älteste sah eine Zeit aus wie neu gekauft, weil kaputt *lol*
Außerdem reicht es doch sowieso für die Hälfte der Bevölkerung Zelte zu nähen.

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