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06.01.2016

19:04 Uhr

Streik in Belgien

Deutsche Bahn setzt Busse ein

Mit der Bahn durch Belgien – das ist im Moment nicht zu empfehlen. Ein Streik legt den Zugverkehr bis Donnerstagabend weitgehend lahm. Davon ist auch die Deutsche Bahn betroffen.

Der Thalys fährt von Köln über Brüssel nach Paris. Wegen eines Bahnstreiks in Belgien fallen die Fahrten am Mittwoch und Donnerstag aus. Reuters

Hochgeschwindigkeitszug Thalys

Der Thalys fährt von Köln über Brüssel nach Paris. Wegen eines Bahnstreiks in Belgien fallen die Fahrten am Mittwoch und Donnerstag aus.

BrüsselEin Bahnstreik in Belgien hat den internationalen Zugverkehr im Land zum Erliegen gebracht. Vor allem der Süden war betroffen: Dort rollten wegen des Ausstands von Mitarbeitern der belgischen Bahn am Mittwoch rund 11 Prozent der Züge, im Norden fuhren beinahe 70 Prozent, wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Bahngesellschaft SNCB meldete. Da auch der wichtige Verkehrsknotenpunkt Brüssel betroffen ist, fiel auch der Fernverkehr nach Deutschland oder Frankreich aus.

Die Deutsche Bahn hatte schon vor dem Ausstand mitgeteilt, dass ICE-Züge zwischen Aachen und Brüssel nicht verkehren. Auch Verbindungen des Hochgeschwindigkeitszuges Thalys zwischen Köln, Brüssel und Paris wurden gestrichen. Eurostar-Züge aus London sollten nur bis Lille in Nordfrankreich fahren.

Wie die Bahn Kunden im Fernverkehr gewinnen will

Keine flächendeckende Preiserhöhung

Bereits für das laufende Jahr hat die Deutsche Bahn in der zweiten Klasse nicht an der Preisschraube gedreht. Das ist auch im nächsten Jahr der Fall, dann auch in der ersten Klasse. Einschränkung: Fahrten über die Neubaustrecke Erfurt-Halle/Leipzig, die zum Fahrplanwechsel in Betrieb genommen wird und Fahrzeiten deutlich verkürzt.

Ansonsten bleibt bei 90 Prozent der Tickets alles beim Alten: Die Normalpreise ändern sich nicht, die Bahn-Card-Preise bleiben stabil wie auch die Preise für Streckenzeitkarten. Sparpreise gibt es weiter ab 19 und 29 Euro.

Höhere Preise auf neuer Strecke

Kunden, die Verbindungen über die Neubaustrecke Erfurt - Halle/Leipzig nutzen, müssen tiefer in die Tasche greifen; sie kommen aber auch schneller an ihr Ziel. Der Fahrpreis erhöht sich um ein bis sieben Euro. Normalpreise und Streckenzeitkarten werden ebenfalls angepasst.

Die Fahrzeit von Frankfurt am Main nach Leipzig verkürzt sich beispielsweise um 23 Minuten auf rund drei Stunden. Dafür werden mit 85 Euro künftig fünf Euro mehr fällig als bisher. Wer von Berlin nach Erfurt unterwegs ist, zahlt ab dem Fahrplanwechsel 71 statt 64 Euro. Hier gelangt der Bahnreisende dann unter zwei Stunden an sein Ziel; 44 Minuten schneller als bisher.

Sparpreise ohne Vorkaufsfrist

Für den Sparpreis ab 29 Euro auf längeren Strecken entfällt künftig die Vorverkaufsfrist. Je nach Verfügbarkeit kann solch ein Angebot dann noch bis kurz vor Abfahrt gebucht werden. Damit sollen vor allem Kunden angelockt werden, die bisher nicht oder selten Bahn fahren. Sparpreise werden auf Strecken zur Verfügung gestellt, die nicht ausgelastet sind - und zu Zeiten, in denen die Züge nicht voll sind.

Fahrten mit ICE-Sprinter werden günstiger

In etwa dreieinhalb Stunden von Frankfurt am Main nach Berlin oder von Köln nach Hamburg - das ist mit dem ICE-Sprinter möglich. Die Sprinter-Fahrten werden mit dem Fahrplanwechsel günstiger, weil die Reservierungspflicht und der Sprinter-Aufpreis von 11,50 Euro entfallen. Wer auf eigenen Wunsch einen Sitzplatz reservieren will, zahlt in der zweiten Klasse die üblichen 4,50 Euro. In der ersten Klasse ist die Reservierung im Fahrpreis enthalten.

Normalpreis wird zum Flexpreis

Mit dem Normalpreis können Kunden flexibel und ohne Bindung an einen bestimmten Zug reisen. Das will die Deutsche Bahn gleich im Namen deutlich machen und tauft den Normalpreis in Flexpreis um.

Kein Termin für Gratis-Internet in zweiter Klasse

Mit dem Normalpreis können Kunden flexibel und ohne Bindung an einen bestimmten Zug reisen. Das will die Deutsche Bahn gleich im Namen deutlich machen und tauft den Normalpreis in Flexpreis um.

Zwischen Köln und Brüssel werden nach Angaben der Deutschen Bahn Busse eingesetzt. Im Gegensatz zu den normalerweise verkehrenden Zügen sollen diese aber nicht in Aachen und dem ostbelgischen Lüttich halten.

Die Störungen führen nach Berechnungen des belgischen Unternehmensverbands FEB zu Ausfällen von etwa 40 Millionen Euro pro Tag. Der noch bis Donnerstagabend dauernde Streik richtet sich gegen Spar- und Modernisierungspläne der staatlichen Bahngesellschaft SNCB. Die Bahnmitarbeiter in der nördlichen Region Flandern ziehen im Gegensatz zu ihren Kollegen in der südlichen Wallonie bei dem Streik nicht mit.

Von

dpa

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