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09.05.2011

08:57 Uhr

Streik

Krabbenfischer wollen nicht mehr fischen

VonNele Hansen

Schwierige Zeiten für Krabbenfischer: Niedrige Preise machen den Fang zum Verlustgeschäft. Deshalb bleiben die Fischer jetzt an Land, protestieren und üben Druck auf die Großhändler aus.

Ein Krabbenkutter fährt unter herannahenden Wolken über die Nordsee. Quelle: dpa

Ein Krabbenkutter fährt unter herannahenden Wolken über die Nordsee.

DüsseldorfNormalerweise fährt Kapitän Roger Alts mit seinem kleinen Krabbenkutter vor Juist und Norderney regelmäßig zum Krabbenfang. Doch seit einigen Tagen liegt sein Kutter im Hafen von Norddeich. Der Krabbenpreis ist so niedrig, dass sich der Fischfang für ihn nicht mehr lohnt. Alts bangt ebenso wie seine 240 deutschen Kollegen um seine Existenz.

Doch die Häscher der leckeren Schalentiere wehren sich:  Deutsche, niederländische und dänische Krabbenfischer haben den Fang komplett eingestellt. Damit liegt seit Karfreitag die gesamte Nordseekrabbenflotte still.

Das Problem: Die meisten Fischer verkaufen ihre Krabben an die beiden niederländischen Großhändler Heiploeg und Klaas Puul. Zusammen besitzen die Unternehmen einen Marktanteil von über 80 Prozent und können damit die Preise diktieren.

Nach Ostern wollten sie nur noch 1,27 Euro pro Kilo ungepulte Krabben an die Fischer zahlen. Doch davon können Alts und seine Kollegen nicht leben. „Bei diesen hohen Treibstoffpreisen müssen wir drei Euro pro Kilo bekommen, um die Kosten zu decken. Wer jetzt noch fährt, verbrennt nur sein Geld“, sagt André Hamann, Kapitän und Vorsitzender der schleswig-holsteinischen Krabbenfischer.

Der hohe Spritpreis ist nicht das einzige Problem. Die Fischer müssen auch neue EU-Sicherheitsauflagen erfüllen und mussten ihre Boote deshalb in diesem Winter für viel Geld nachrüsten.

Die Großhändler weisen jede Schuld von sich: „Es wurde zu lange Zeit zu viel gefischt“, sagt Willem Smit, Einkaufschef bei Heiploeg. Der Preis richte sich schließlich nach dem Markt.

Kommentare (1)

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werner

13.05.2011, 16:33 Uhr

Ungeachtet der finanziellen Lage sollten die Fischer aber auch an ihren (bisherigen) Stellenwert als Tourismus-Emotional denken. Man sägt nicht fahrlässig an dem Ast, auf dem man sitzt...

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