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01.02.2009

06:59 Uhr

Streiks abgewendet

Einigung im Tarifkonflikt bei der Bahn

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn gab es am späten Samstagabend eine Einigung. Bahn und Gewerkschaften hätten für die rund 150 000 Beschäftigen eine schrittweise Gehaltserhöhung von 4,5 Prozent zuzüglich einer Einmalzahlung ausgehandelt, so Bahn-Personalvorstand Norbert Hansen nach dem Verhandlungsmarathon. Damit bleibt den Bahnkunden ein monatelanger Streik wie noch vor einem Jahr erspart.

Freie Fahrt: Ein langer Streik bei der Bahn konnte abgewendet werden. Am Samstagabend einigten sich Bahn und Gewerkschaften auf eine schrittweise Gehaltserhöhung. Foto: dpa Quelle: dpa

Freie Fahrt: Ein langer Streik bei der Bahn konnte abgewendet werden. Am Samstagabend einigten sich Bahn und Gewerkschaften auf eine schrittweise Gehaltserhöhung. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Die Gewerkschaftsvertreter zeigten sich mit den Ergebnis zufrieden. Durch das Angebot der Bahn erhielten die Beschäftigten eine deutliche Lohnerhöhung und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sagte der Chef der größten Bahn-Gewerkschaft Transnet, Alexander Kirchner. Hansen sprach von einer Ergebnis, das "für die Beschäftigten respektabel und für das Unternehmen akzeptabel" sei. Nun müssen dem Abschluss noch die Tarifkommissionen von Transnet, GDBA und der Lokführergewerkschaft GDL zustimmen. Die Gremien wollen am Mittwoch und Donnerstag tagen.

Die Eisenbahner erhalten ab Februar eine Gehaltserhöhung von 2,5 Prozent, im Januar 2010 steigen die Löhne um weitere zwei Prozent. Zudem haben sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf eine Einmalzahlung von 500 Euro in der zweiten Jahreshälfte 2009 verständigt. Insgesamt hat der Abschluss eine Laufzeit von 18 Monaten.

Zusätzlich wurden die Arbeitszeiten für die Mitarbeiter neu geregelt. Die Beschäftigten erhielten nun zwölf freie Wochenenden im Jahr, von denen acht verbindlich vereinbart würden, sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Die von den Eisenbahnern geforderte bessere Planbarkeit der Arbeitszeiten war bis zuletzt einer der Hauptstreitpunkte in den Verhandlungen.

Die Mitte Januar gestarteten Gespräche standen lange auf Messers Schneide: Erst in der vierten Verhandlungsrunde hatte der Konzern ein für die Gewerkschaften verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, einen ersten Warnstreik hatte es bereits gegeben. Danach hatten sich Bahn und Arbeitnehmervertreter beim Thema Entgelt angenähert.

Transnet und GDBA hatten für rund 130 000 Beschäftigte eine Einkommenserhöhung von zehn Prozent und besser planbare Arbeitszeiten gefordert. Die parallel verhandelnde Lokführergewerkschaft GDL wollte für 12 000 Beschäftigte eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent.

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