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28.10.2016

15:52 Uhr

Streiks bei Eurowings

Lufthansa-Tochter und Ufo vereinbaren neue Gespräche

Der Tarifkonflikt zwischen Ufo und den Lufthansa-Billig-Airlines köchelt bereits seit drei Jahren. Am Donnerstag sind erneut 400 Flüge wegen Streiks ausgefallen. Nun kommt wieder Bewegung in den Streit.

Eurowings und Germanwings

Zwischen Verständnis und Verärgerung: 380 Flüge gestrichen

Eurowings und Germanwings: Zwischen Verständnis und Verärgerung: 380 Flüge gestrichen

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BerlinIn den Tarifkonflikt zwischen der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo und der Lufthansa -Billigtochter Eurowings kommt nach dem Streik wieder Bewegung. Beide Parteien haben neue Gespräche für Sonntagabend vereinbart, wie Eurowings am Freitag mitteilte. Ziel sei, kurzfristig zu einer Lösung des Konfliktes zu kommen. „Wir sind überzeugt, dass dies am besten über eine Schlichtung der offenen Tarifvertragsthemen zu erreichen ist“, sagte Eurowings-Personalchef Jörg Beißel.

Die in Köln ansässige Fluglinie nahm damit eine Einladung zu neuen Gesprächen von Ufo-Vorstand Nicoley Baublies an. „Damit geben wir unserem Tarifpartner die Möglichkeit, neue Streiks in der nächsten Woche abzuwenden“, begründete der Gewerkschaftsführer den Vorstoß. Ansonsten werde Ufo nächste Woche an zwei Tagen zu neuen Ausständen aufrufen.

Rechte von Fluggästen bei Streiks

Ansprechpartner/Informationsquellen

Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

Stornierung, Umbuchung, Umsteigen

Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist – und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann. Bei langen Ausständen muss die Fluggesellschaft eine Ersatzbeförderung organisieren, zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen.

Verspätung

Verspätet sich der Flug wegen des Streiks, stehen Betroffenen bestimmte Leistungen zu. Bei einer Flugstrecke bis 1500 Kilometer haben die Passagiere ab einer Verspätung von zwei Stunden Anspruch auf Leistungen wie Telefonate, Getränke und Mahlzeiten. Ist der Flug zwischen 1500 und 3500 Kilometer lang, greift die Vorschrift ab einer Verspätung von drei Stunden, bei Langstreckenflügen ab vier Stunden. Auch eine Übernachtung im Hotel muss ggf. bezahlt werden. Ist eine Verspätung absehbar, sollten Passagiere trotzdem zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein, da der Reisende sonst möglicherweise einen kurzfristig organisierten Ersatzflug verpasst.

Entschädigung

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro – aber nur, wenn kein „außergewöhnlicher“ Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks, wie zum Beispiel auch miserables Wetter, als außergewöhnlichen Umstand. Eine Entschädigung gibt es daher nicht.

Die Gewerkschaft hatte bereits am Donnerstag den Flugbetrieb bei Eurowings und Germanwings weitgehend lahmgelegt, 400 Flüge fielen aus. Der Tarifkonflikt zwischen Ufo und den Lufthansa-Billig-Airlines köchelt bereits seit drei Jahren. Im Kern geht es um die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der Flugbegleiter.

Von

rtr

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