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08.04.2011

21:27 Uhr

Streiks bei Privat-Bahnen

Bahn und Lokführer vor Tarifabschluss

Nach fast neun Monaten Ringen ist eine Einigung im Lokführer-Tarifstreit greifbar nah - zumindest bei der Bahn. Von ihrem Ziel branchenweiter Mindeststandards ist die Gewerkschaft GDL noch ein ganzes Stück entfernt.

Streikende Lokführer Ende März. Quelle: dpa

Streikende Lokführer Ende März.

BerlinDer monatelange Tarifkonflikt um die 20 000 Lokführer bei der Deutschen Bahn steht kurz vor einer Lösung. Die Bahn (DB) und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kamen sich in der 13. Verhandlungsrunde am Freitag in Berlin deutlich näher. Für diesen Dienstag ist die Abschlussverhandlung in Frankfurt geplant, wie beide Seiten nach achtstündigen Gesprächen mitteilen. Dafür stehen bei fünf Bahn-Konkurrenten neue Lokführerstreiks bevor. Die Kunden der Bahn können dagegen aufatmen: Beim Staatskonzern
wird es keine Streiks mehr geben, sofern nicht am Dienstag neue Probleme auftauchen.

Anders bei den fünf großen DB-Konkurrenten Veolia, Abellio, Netinera (bisher: Arriva), Benex und Hessische Landesbahn: Bei ihnen will die GDL in der kommenden Woche mehrere Tage in Folge streiken. Sie hätten bislang kein Verhandlungsangebot für den geforderten Rahmentarifvertrag für Lokführer vorgelegt, sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky zur Begründung. Weselsky sagte, das bis Freitag erreichte Zwischenergebnis sei so weitgehend, dass ein Abschluss am Dienstag möglich sei. Ein Teil der GDL-Forderungen sei erfüllt worden.

"Wir haben einen Rahmentarifvertrag, der fertig ist. Wir haben im Haustarifvertrag noch einige Eckpunkte, die der Abschlussverhandlung vorbehalten sind", berichtete der GDL-Chef. So sei die Laufzeit des Lokführer-Tarifvertrages noch offen. Im Rahmentarifvertrag mit der DB sind nach den Worten von Weselsky die monatlichen Entgelte für Lokführer, vier Zulagen sowie die Wochenarbeitszeit verankert. Ziel der GDL ist es, diesen Vertrag auch für möglichst viele DB-Wettbewerber in Kraft zu setzen. Bei einigen von ihnen verdienen Lokführer deutlich weniger.

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