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22.09.2014

16:10 Uhr

Streiks in Frankreich

Pilotengewerkschaft weist Air-France-Angebot zurück

Der Tarifstreit bei Air France eskaliert, der Arbeitskampf geht in die zweite Woche. Nun fordert Frankreich mit deutlichen Worten ein Ende des Streiks. Doch die Piloten lehnen die Angebote des Arbeitgebers ab.

Frankreich dringt auf ein Streikende, aber die Air France-Piloten werden noch bis zum 26. September streiken. Reuters

Frankreich dringt auf ein Streikende, aber die Air France-Piloten werden noch bis zum 26. September streiken.

ParisDie streikenden Piloten der Air France haben ein „letztes Angebot“ der Airline zur Beilegung der Krise nun abgelehnt. Die mit Abstand größte Piloten-Gewerkschaft sprach am Montag in Paris von einer „letzten Provokation“ des Konzernchefs Alexandre de Juniac. Er habe nicht mehr Garantien angeboten als zuvor und kein Problem gelöst. Damit geht der Ausstand weiter. Zu Beginn der zweiten Streikwoche ihrer Piloten hatte Air France die verhärteten Fronten aufbrechen wollen. Der Chef der Air France/KLM, Alexandre de Juniac, hatte zuvor mitgeteilt, der umstrittene Ausbau der Billigtochter Transavia in Europa sei bis zum Dezember ausgesetzt. Die Führung wollte später darstellen, wie sie sich den „Ausweg aus der Krise“ vorstellt. An dem Konzept der Erweiterung halte Air France aber fest: „Wenn wir im europäischen Rennen bleiben wollen, haben wir zur raschen Transavia-Entwicklung keine Alternative“, erklärte Juniac. Unverändert bleibe auch das Ziel von mehr als 100 Transavia-Maschinen bis zum Jahr 2017. Somit reichte das Angebot den Piloten offenbar nicht.

Damit geht der Arbeitsausstand weiter, ungeachtet der Forderung der französischen Regierung, die Streiks beim Lufthansa-Rivalen endlich zu beenden. Der für die Parlamentsbeziehungen zuständige Minister Jean-Marie Le Guen hatte die Manager der Fluglinie vor den nun gescheiterten Gesprächen aufgefordert, schnell konkrete Angebote zu machen. „Der Betrieb muss sofort wieder aufgenommen werden. Das ist es, was das Land will.“ Dies müssten alle Beteiligten verstehen. Die anfängliche Hoffnung, dieser Appell könne die Wogen glätten und die Streithähne an den Verhandlungstisch zurück bringen, scheint nun verschwunden.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Die Piloten der Air France streiken seit dem 15. September. Bis zum 26. September sind noch Ausstände angekündigt. Es wäre der längste Streik in der Geschichte des Unternehmens. Die Arbeitsniederlegungen kosten die Airline nach eigenen Angaben jeden Tag bis zu 20 Millionen Euro. Am Montag konnte die Airline nur 41 Prozent der Flüge sicherstellen, am Dienstag sollen es 48 Prozent sein. „Der Streik ist ein Desaster für die Kunden, für die Beschäftigten und für die Finanzen der Gesellschaft“, so Air France.

Die Gewerkschaften protestieren gegen Sparpläne der Unternehmensführung und verlangen für die Flugkapitäne der Billigtochter Transavia dieselben Verträge wie bei Air France. Zudem befürchten sie, dass mit dem Transavia-Ausbau Arbeitsplätze ins Ausland verlagert sowie Kurz- und Mittelstrecken an die Billigtochter übertragen werden. Die Piloten fordern einen einheitlichen Vertrag für ihre Berufsgruppe.

Air-France-Aktien setzte der Disput am Montag zu. Die Papiere fielen um mehr als drei Prozent.

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