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26.05.2015

15:00 Uhr

Streiks

Verdi scheitert mit Klage gegen Post

Die Gewerkschaft Verdi ist mit einer Klage gegen die Deutsche Post wegen Streikfolgen vor dem Arbeitsgericht Bonn gescheitert. Einen Tag vor der Post-Hauptversammlung legen die Angestellten erneut die Arbeit nieder.

Verdi will für die 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns 5,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine Verkürzung der Wochen-Arbeitszeit auf 36 von 38,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich durchsetzen. dpa

Streik bei der Post

Verdi will für die 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns 5,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine Verkürzung der Wochen-Arbeitszeit auf 36 von 38,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich durchsetzen.

DüsseldorfDie Gewerkschaft Verdi ist mit einer Klage gegen die Deutsche Post vor dem Arbeitsgericht Bonn gescheitert. Verdi hatte juristisch erzwingen wollen, dass die Post keine Beamten einsetzen darf, um die Folgen von Streiks der Angestellten abzumildern. Die entsprechenden Anträge seien zurückgewiesen worden, teilte das Gericht in Bonn mit. Die Gewerkschaft könne aber vor dem Landesarbeitsgericht in Köln in Berufung gehen.

Verdi behalte sich weitere Rechtsmittel vor, kündigte ein Sprecher an. Die Post begrüßte die Entscheidung: „Wir freuen uns, dass das Gericht unsere Rechtsauffassung bestätigt hat“, sagte Post-Vorstand Jürgen Gerdes. Verdi setzte im Streit um höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten die Streiks bei der Post fort.

Bei dem ehemaligen Staatsmonopolisten Post sind noch rund 38.000 Beamte beschäftigt. Verdi hatte immer wieder beklagt, diese würden als „Streikbrecher“ eingesetzt. Die Post wies dies energisch zurück und betonte, sie halte alle geltenden Regeln ein. Gerdes rief Verdi auf, nun am Verhandlungstisch konstruktiv an einer Lösung des Tarifstreits zu arbeiten. Die Gespräche mit der Post sollen am 1. und 2. Juni in Berlin fortgesetzt werden.

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Wo Schlecker und Karstadt scheiterten, probiert es nun die Deutsche Post. Sie will mit einer hausinternen Neugründung den eigenen Tarifvertrag unterlaufen. Mitarbeiter und Gewerkschaft wehren sich erbittert.

Verdi will für die 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns 5,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine Verkürzung der Wochen-Arbeitszeit auf 36 von 38,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich durchsetzen. Die Gewerkschaft hat ihre Forderungen bereits mit mehreren bundesweiten Warnstreikwellen unterstrichen. Auch am Dienstag beteiligten sich Verdi zufolge rund 2000 Postler an den Protesten. Einen Tag vor der Post-Hauptversammlung in Frankfurt sei es in fast allen Bundesländern zu Streiks gekommen.

Bei dem Aktionärstreffen in Frankfurt will die Gewerkschaft ebenfalls demonstrieren. Verdi-Chef Frank Bsirske soll vor der Halle bei einer Kundgebung sprechen. Der Post zufolge legten bis zum Mittag rund 1600 Beschäftigte die Arbeit nieder. Für die Kunden seien „keine größeren Folgen“ der Proteste zu erwarten, betonte der Konzern.

Das Klima zwischen Post und Verdi ist bereits seit Monaten vergiftet. Die Post hat angekündigt, Tausende neue unbefristete Stellen schaffen zu wollen, allerdings in 49 neuen Gesellschaften, für die niedrigere Löhne als im Konzern gelten. Verdi sieht dies als Bruch geltender Verträge.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

26.05.2015, 16:13 Uhr

Das ist gemein!
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Die Gewerkschaft Verdi ist mit einer Klage gegen die Deutsche Post wegen Streikfolgen vor dem Arbeitsgericht Bonn gescheitert.

Da setzt doch die böse Bundespost ihre 38.000 beamteten Postler ein um den Streik zu behindern.
Ver.di fordert doch "nur" 5,5% mehr für 12 Monate und eine Absenkung der Arbeitszeit von 38,5 Stunden auf 36 Stunden pro Woche. Natürlich bei vollem Lohnausgleich, versteht sich!

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