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05.11.2016

13:21 Uhr

Streit um Berliner Märkte

Tengelmann-Gespräche drohen zu platzen

Einem Insider-Bericht zufolge könnten die Verhandlungen über die Aufspaltung von Tengelmann am Montag platzen. Der Grund: Edeka und Rewe können sich nicht einigen, wer welche Märkte in Berlin bekommt.

Die Verhandlungen zwischen Rewe und Edeka gestalten sich schwierig. Noch immer ist nicht klar, ob Tengelmann am Ende aufgespalten wird. dpa

Vor dem Aus

Die Verhandlungen zwischen Rewe und Edeka gestalten sich schwierig. Noch immer ist nicht klar, ob Tengelmann am Ende aufgespalten wird.

DüsseldorfDie Verhandlungen zur Rettung der über 15.000 Arbeitsplätze bei der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann könnten Insidern zufolge in letzter Sekunde doch noch scheitern. Es gebe noch keine Annäherung bei der Umsetzung des von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder vermittelten Schlichterspruchs, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Gespräche seien schwierig, sagte ein anderer Insider. Hauptstreitpunkt zwischen Rewe und Edeka, die Kaiser's Tengelmann unter sich aufteilen wollen, sei weiter die Verteilung der Märkte in Berlin: „Man kloppt sich um die Filial-Liste“, sagte ein weiterer Insider. Schröder habe zwar die Richtung für eine Lösung vorgegeben, „aber noch ist nichts festgezurrt“, sagte eine weitere mit dem Vorgang vertraute Person. Edeka, Rewe und Tengelmann wollten die Angaben nicht kommentieren.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte Ende Oktober einen erfolgreichen Abschluss der Schlichtung verkündet. „Nun ist klar, dass die Einigung komplett auf der Basis der Ministererlaubnis vollzogen wird“, hatte Verdi-Chef Frank Bsirske gesagt. Es solle für sieben Jahre Sicherheit für die Arbeitsplätze geben, betonte Gabriel. Doch zentrale Details sind Insidern zufolge weiter umstritten. Neben der Verteilung der Filialen in Berlin seien dies Kaufpreise, die Verteilung der Lasten zwischen Edeka und Rewe sowie die Zukunft von Märkten in Nordrhein-Westfalen.

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Der Rewe-Chef hat die Macht, den Tengelmann-Deal durchzuwinken – oder alle Akteure zu blamieren. Nur wenn er bis zum 11. November die Klage gegen die Ministererlaubnis zurückzieht, kann Edeka die Supermärkte übernehmen.

Vertreter der Supermarktketten hatten den Insidern zufolge am Freitag erfolglos versucht, einen Durchbruch zu erzielen. Die Gespräche sollen am Montag fortgesetzt werden. „Es kann gut sein, dass das am Montag auseinanderfliegt“, sagte ein Insider. Noch gebe es aber Chancen auf einen Kompromiss, dieser müsse aber sowohl für Rewe als auch für Edeka wirtschaftlich vertretbar sein, sagte ein anderer mit den Gesprächen Vertrauter. Dieser müsse den Unternehmen zudem Rechtssicherheit bieten. Auch muss das Bundeskartellamt eine Einigung unter die Lupe nehmen.

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