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30.12.2013

12:45 Uhr

Streit um höhere Löhne

Textilbranche in Kambodscha lahmgelegt

In Kambodscha stehen die meisten Textilfabriken still: Zwei Drittel der Beschäftigten streiken – und fordern höhere Löhne. Auch Protestmärsche machen Druck auf die Betreiber.

In Kambodscha wird gestreikt: Die Regierung hatte den Mindestmonatslohn gerade von 80 auf 95 US-Dollar (70 Euro) erhöht. dpa

In Kambodscha wird gestreikt: Die Regierung hatte den Mindestmonatslohn gerade von 80 auf 95 US-Dollar (70 Euro) erhöht.

Phnom Penh Im Streit um höhere Löhne sind in Kambodscha wegen Streiks und Fabrikschließungen fast alle Textilfabriken geschlossen. 80 Prozent der Fabriken seien dicht und zwei Drittel der rund 600 000 Beschäftigten nicht am Arbeitsplatz, sagte Kong Athit von der Textilarbeitergewerkschaft am Montag. Einige Fabriken werden bereits seit vergangener Woche bestreikt, bei anderen haben die Fabrikbesitzer die Arbeiter aus Protest ausgesperrt. Mehr als 30 000 Arbeiter nahmen an Protestmärschen teil, berichteten lokale Medien.

„Unsere Industrie kann ihre Arbeit in dieser Lage nicht fortsetzen“, teilte der Verband der Textilhersteller (GMAC) mit. Wilde Streiks hätten Unternehmer gezwungen, Fabriken zu schließen. Die Arbeiter verlangen mehr Geld. Gerade hat die Regierung den Mindestmonatslohn in der Branche von 80 auf 95 US-Dollar (70 Euro) erhöht, aber die Gewerkschaften fordern mindestens 160 Dollar.

Am Freitag hatten bereits tausende Demonstranten die Straßen am Arbeitsministerium in Phnom Penh blockiert. Sie schlossen sich Kundgebungen der Opposition an, die den Rücktritt von Regierungschef Hun Sen fordert. Sieben Arbeiter wurden bei Zusammenstößen mit der Polizei verletzt.

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Der Verband der Textilhersteller warnte, dass Strafzahlungen für verspätete Lieferungen den ganzen Sektor in Bedrängnis bringen könnten. Es drohe ein Abzug von Investoren und der Abbau von Arbeitsplätzen. Der Textilsektor ist die größte Exportindustrie Kambodschas mit Einkünften von mehr als fünf Milliarden Dollar in diesem Jahr. Die Branche liefert vor allem in die USA und nach Europa.

Von

dpa

Kommentare (1)

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30.12.2013, 09:16 Uhr

70 € - sagt doch alles.
Hoffentlich passiert das bald in noch mehr Ländern.
Diese widerliche Ausbeuterei ist und macht unmenschlich, und ist eine Schande für eine angeblich "zivilisierte" (Finanz)Welt.

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