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16.06.2011

06:13 Uhr

Stromanbieter-Pleite

Teldafax-Insolvenz könnte Bayer 04 Millionen kosten

ExklusivDie Pleite des Stromanbieters Teldafax schlägt hohe Wellen. Während die Kunden im Regen stehen, sucht der Insolvenzverwalter nach möglichen Geldquellen. Fündig werden könnte er ausgerechnet bei Bayer 04 Leverkusen.

Teldafax zahlte die Werbemillionen auch dann noch an den Fußballclub, als andere Gläubiger des Stromanbieters längst vergeblich auf ihr Geld warteten. Quelle: dpa

Teldafax zahlte die Werbemillionen auch dann noch an den Fußballclub, als andere Gläubiger des Stromanbieters längst vergeblich auf ihr Geld warteten.

TroisdorfNichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Ein gutes halbes Jahr lang tat der Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen so, als gehe ihn das Drama um seinen Werbepartner Teldafax nichts an. Während die Staatsanwaltschaft bei dem Stromanbieter wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung ermittelte, und ein Geschäftpartner nach dem anderen über ausstehende Rechnungen klagte, kam von Bayer Leverkusen keine Reaktion. Ungerührt lief die Mannschaft Wochenende für Wochenende weiter im Trikot des Skandalunternehmens auf, wie selbstverständlich lockte Sportdirektor Rudi Völler weiter Kunden zu einen Stromanbieter, vor dem Verbraucherschützer längst warnten. Doch nun könnte die phlegmatisch Haltung der Bayer 04-Führung empfindliche Folgen haben. Insolvenzexperten rechnen mit Rückforderungen in Millionenhöhe.

„Der Fall ist ein Klassiker für das Insolvenzanfechtungsrecht“, sagt Daniel Bergner, Geschäftsführer des Verbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands. So sei gesetzlich geregelt, dass kein Gläubiger unmittelbar im Vorfeld eines Insolvenzantrags zu Lasten anderer Gläubiger befriedigt werden dürfe. Jeder Insolvenzverwalter sei verpflichtet, alle Zahlungen, die bis zu drei Monate vor dem Insolvenzantrag liegen, genau auf diesen Tatbestand zu prüfen und gegebenenfalls anzufechten. Bergner: „Das kommt häufig vor.“

Wie Teldafax-Kunden sich jetzt verhalten sollten

Video: Wie Teldafax-Kunden sich jetzt verhalten sollten

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Biner Bähr, der vorläufige Insolvenzverwalter von Teldafax, ließ gestern durch einen Sprecher erklären, er werde den Fall Bayer 04 sorgfältig prüfen. Dies dürfte ihm leicht fallen. Pro Saison zahlte Teldafax sechs Millionen Euro an Bayer 04. Wolfgang Holzhäuser, der Geschäftsführer des Bundesligisten, betonte in den vergangenen Wochen immer wieder, dass er an seinem Sponsor nichts zu beanstanden habe. Das Unternehmen sei seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber Bayer 04 stets nachgekommen.

Kommentare (2)

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Henker

17.06.2011, 11:21 Uhr

Teldafax und Bayer04 Dreckskusen haben ja auch gemeinsame Sache gemacht, deshalb hatte Bayer nichs zu beanstanden. Der Staatsanwalt sollte langsam mal aktiver werden !!!!

xapa

28.06.2011, 12:13 Uhr

Hauptsache die Millonäros von Leverkusen haben die Taschen noch voller. Woher das Geld stammt interessiert anscheinend keinen. So ist die Aussage vom Geschäftsführer zu bewerten. Dass höchstwahrscheinlich die Kunden von TelDaFax nicht einmal mehr ihre Kaution zurückerhalten, ist ihnen wohl völlig egal. Auch ich war der Meinung, wenn Millionen von Euros für Werbung (auch die Skispringer u.a.)vorhanden sind, ist das sicher ein seriöses Unternehmen und kein Verbrecherpack. So kann man sich wohl täuschen.
Danke für Ihren "Einsatz" für die Kunden von TelDaFax liebes Präsidium von Leverkusen und alle weiteren bisherigen Abkassierer!

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