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07.06.2011

08:14 Uhr

Studie

Ladendiebstahl kostet den Handel Milliarden

Es ist wie ein Wettrüsten: Ladendiebe denken sich immer neue Tricks aus - und die Händler setzen mit Diebstahlsicherungen dagegen. Momentan hat der Handel die Nase vorn: Der angerichtete Schaden ist etwas zurückgegangen.

Ein Ladendiebstahl in einem Hifi-Geschäft. Quelle: dpa

Ein Ladendiebstahl in einem Hifi-Geschäft.

KölnHier ein schneller Griff ins Süßwarenregal, dort ein Paar Jeans in die Tasche gestopft: Im deutschen Einzelhandel sind im vergangenen Jahr nach Branchenschätzungen Waren im Wert von 3,7 Milliarden Euro verschwunden - fast ein Prozent des Gesamtumsatzes.

Ladendiebe verursachten mehr als die Hälfte des Schadens, und über ein Fünftel ging auf unehrliche Mitarbeiter zurück. Doch die Gegenmaßnahmen der Händler scheinen erste Wirkungen zu zeigen: Denn im Vergleich zu 2009 sind die sogenannten Inventurdifferenzen um etwa 5 Prozent zurückgegangen - so deutlich wie noch nie. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Handelsforschungsinstituts EHI in Köln.

Videokameras, Warensicherungssysteme und Detektive: Solche Sicherheitsmaßnahmen lässt der Handel sich jährlich rund 1,2 Milliarden Euro kosten. Als Folge von Warendaten-Analysen platziert man Produkte, die häufig geklaut werden, nun an besser beobachteten Stellen im Laden. In manchen Innenstädten patrouillieren Wachleute, die von der Händlergemeinschaft bezahlt werden.

Als wichtigstes Mittel im Kampf gegen Diebe gilt aber die Schulung der Mitarbeiter. „An der Supermarkt-Kasse auf typische Verstecke achten, im Bekleidungsgeschäft die Kunden fragen, ob man ihnen helfen kann - solche Dinge sind oft schon sehr effektiv“, sagt Frank Horst, Leiter des Bereichs Inventurdifferenzen beim EHI. Auf die notwendige Auffrischung der Schulungen werde bei einigen Unternehmen allerdings aus Zeit- und Kostengründen verzichtet. „Da könnten manche noch mehr tun.“

Der EHI-Studie zufolge gehen 51,6 Prozent der gesamten Inventurdifferenzen auf Ladendiebstahl zurück. 22,4 Prozent entfallen auf kriminelle Mitarbeiter, 9,3 Prozent werden Lieferanten oder Reinigungspersonal angelastet. 16,7 Prozent kommen durch Buchungsfehler zustande. Für seine Studie hat das EHI 88 Handelsunternehmen mit insgesamt 15.000 Filialen befragt. Ladendiebe haben demnach für 1,9 Milliarden Euro zugegriffen.

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