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19.10.2011

18:50 Uhr

Studie

Pensionslasten steigen für Firmen massiv

Laut einer Studie werden die Verpflichtungen bis 2013 um zehn Milliarden Euro steigen. Betroffen sind vor allem Daimler, Allianz und Commerzbank. Hintergrund ist die Änderung der internationalen Bilanzierungsregeln.

Angeblich ist der Stuttgarter Automobilkonzern Daimler besonders betroffen. dapd

Angeblich ist der Stuttgarter Automobilkonzern Daimler besonders betroffen.

MünchenDie großen börsennotierten Konzerne in Deutschland müssen sich einem Magazinbericht zufolge auf deutlich höhere Pensionslasten einstellen. Insgesamt würden die Verpflichtungen der Dax-, MDax- und TecDax-Firmen durch veränderte Bilanzregeln ab 2013 um knapp zehn Milliarden Euro ansteigen, berichtete das Manager-Magazin. Das Eigenkapital, in vielen Branchen derzeit ein knappes Gut, werde um mehr als 7,5 Milliarden Euro sinken.

Das Magazin beruft sich auf eine Studie von Professor Bernhard Pellens, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Unternehmensrechnung an der Ruhr-Universität Bochum. Hintergrund ist laut Studie die im Juni beschlossene Änderung der internationalen Bilanzierungsregeln. Demnach müssen ab 2013 Abweichungen in der Berechnung der bilanzierten Betriebsrenten, die sich beispielsweise aus Schwankungen am Kapitalmarkt oder einer veränderten durchschnittlichen Lebenserwartung ergeben können, sofort mit dem Eigenkapital verrechnet werden. Bislang waren die Vorgaben weniger streng.

„Besonders betroffen sind der Stuttgarter Automobilkonzern Daimler, dessen Pensionslasten um 3,1 Milliarden Euro steigen, und der Münchener Versicherungskonzern Allianz , der seine Rückstellungen für die Betriebsrenten um etwas mehr als zwei Milliarden Euro aufstocken muss.“ Gleichzeitig werde das Daimler-Eigenkapital um 2,2 Milliarden Euro zurückgehen, das der Allianz um 1,5 Milliarden. Auch die Commerzbank sei ein potenzieller Verlierer: „Das Geldhaus wird seine Pensionsrückstellungen um 160 Prozent auf 932 Millionen Euro erhöhen und das ohnehin knappe Eigenkapital um rund 520 Millionen Euro reduzieren müssen.“

Die Commerzbank hat die Zahlen bereits im Geschäftsbericht für 2010 ausgewiesen. Sie können sich, vor allem durch Veränderungen im Zinsniveau, bis 2013 aber noch verändern. Eine Sprecherin der Allianz bestätigte die Größenordnung von zwei Milliarden Euro, wollte sich zu den Auswirkungen auf das Eigenkapital aber nicht äußern. Auch hier spielt das künftige Zinsniveau eine wichtige Rolle bei der Berechnung. Von Daimler war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

 

Von

rtr

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