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19.02.2014

07:00 Uhr

Studie

Russen mögen keine Billigwaren

VonPatrick Schwarz

ExklusivNo-Name-Produkte und Billigware kommen in Russland selten in den Einkaufswagen, wie eine Studie zeigt. Sein Geld gibt der Russe lieber für Markenprodukte im Internet aus. Auch deutsche Firmen wollen davon profitieren.

Vollbepackt: Die Russen geben ihr Geld vor allem für heimische Marken aus. dpa

Vollbepackt: Die Russen geben ihr Geld vor allem für heimische Marken aus.

Düsseldorf„Günstig“, „Low-Cost“ und „Sale“ sind Worte, bei denen manche Deutsche in einen regelrechten Kaufrausch verfallen. Das ist allerdings nicht überall so: Laut einer Studie des amerikanischen Beratungsunternehmens Landor Associates, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt, haben die Bewohner von Sotschi bis Wladiwostok wenig Interesse an vermeidlich günstigen oder billigeren Produkten. Für die Studie wurden 2000 Russen befragt. Weniger als jeder fünfte Befragte legt Low-Cost-Marken in seinen Einkaufswagen, besonders wenn es um Produkte für Kinder, Kosmetik oder Elektronik geht. Auch Billigairlines und günstige Telefonanbieter haben es in Russland schwer.

Der Internethandel hingegen wächst, denn gerade im größten Land der Welt ist Online-Shopping praktisch und bequem. Mit durchschnittlich 130 Euro werden sogar 30 Prozent mehr bei einem Einkauf im Internet ausgegeben als in Europa.

Von diesem vielversprechenden Internetmarkt wollen auch deutsche Unternehmen profitieren. So wie der Netzkonzern Rocket Internet, der auch Anteile am Schuhhändler Zalando und der Partnerbörse eDarling hält. Das Unternehmen hat in Russland vor drei Jahren Lamoda eröffnet, einen Online-Shop für Kleidung. Inzwischen beschäftigt es 2500 Mitarbeiter.

Und das obwohl die Versandhändler mit einem erheblichen Problem zu kämpfen haben: der Russischen Post. „In Russland geht ein signifikanter Anteil der versendeten Pakete verloren, in ländlichen Regionen oft jedes zweite“, sagt Andreas Winiarski von Lamoda. Das Unternehmen greift deshalb zu einer radikalen Maßnahme: Der Online-Shop hat in den 20 größten Städten Russlands eigene Fahrer nur für seine Pakete.

Im Allgemeinen haben es ausländische Konzerne schwer in Russland. Denn fast die Hälfte aller Befragten vertraut russischen Marken mehr als internationalen. Den berühmten russischen Wodka etwa ziehen neun von zehn Konsumenten ausländischen Spirituosen vor.

Kommentare (2)

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1966imw@gmx.de

19.02.2014, 09:23 Uhr

es gibt in russland sehr viele arme bevölkerung mann
sollte auch daruf rücksicht nehmen,arm +reiche sollen zusammenleben das wäre für die ganze bevölkeung besser,
nicht so großkotzig auf die armen runter zu schauen

Heidi

19.02.2014, 10:27 Uhr

Mir war schon Mitte der 1990iger aufgefallen dass es selbst in entfernten sibirischen Städten in guter Adresse Läden gab die z.B. Miele-Waschmaschinen verkauften.
Die Kunden waren/sind gewiss sogenannte "neue Russen" die über das entsprechende Einkommen verfügen. Aber darunter steckt auch eine Erfahrung aus der Ära des Kommunismus: Schlechte Sachen kommen auf Dauer nicht nur teuerer als gute Sachen - man hat in der Zwischenzeit auch mehr Ärger mit ihnen.
Oder frei nach Oscar Wilde: Ich bin leider nicht so wohlhabend dass ich mir billige Sachen leisten könnte.

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