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03.01.2008

14:11 Uhr

Subprime-Krise

Kreditkrise erreicht britischen Einzelhandel

Das vorläufige Ende des Immobilienbooms in Großbritannien macht den Einzelhändlern auf der Insel zu schaffen. Angesichts der gedämpften Kauflaune der Verbraucher warnte der Betreiber von Elektronik-Ketten wie Currys und PC World, DSG International, vor einem unerwartet geringen Gewinn.

Folge der US-Subprime-Krise: Die britische Notenbank warnte, dass die Banken den Verbrauchern in den kommenden Monaten deutlich weniger Geld leihen werden. Foto: ap Quelle: ap

Folge der US-Subprime-Krise: Die britische Notenbank warnte, dass die Banken den Verbrauchern in den kommenden Monaten deutlich weniger Geld leihen werden. Foto: ap

HB LONDON. Hintergrund sei das schwache Weihnachtsgeschäft und ein Nachfragerückgang bei Computern, erklärte der Einzelhändler am Donnerstag. Die Modehauskette Next blickt ebenfalls „extrem vorsichtig“ in das neue Jahr. Die britische Notenbank warnte, dass die Banken den Verbrauchern in den kommenden Monaten wie bereits Ende 2007 deutlich weniger Geld leihen werden. Der britische Häusermarkt hat sich nach rasanten Preissteigerungen zuletzt deutlich abgekühlt.

Angesichts der steigenden Zinsen können bereits viele Eigenheim-Käufer ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen. Gleichzeitig schränken die Banken wegen der Kreditkrise ihre Kreditvergabe ein - folglich geben viele Briten in den Läden auch weniger Geld aus. Auch in den USA machen sich Anleger wegen der Kreditkrise große Sorgen um den Einzelhandel. Einige Analysten wähnen die Branche dort bereits ein einer Rezession. Die Probleme der britischen Ladenketten belasteten am Donnerstag auch Einzelhandelsaktien in anderen europäischen Ländern.

Bei DSG wird der Vorsteuergewinn im laufenden Geschäftsjahr bis April nach Konzernangaben voraussichtlich bis zu umgerechnet 67 Millionen Euro (50 Millionen Pfund) niedriger ausfallen als von Analysten erwartet. Branchenkenner waren von einem Ergebnis vor Steuern von etwa 400 Millionen Euro ausgegangen. DSG betreibt in Deutschland den Online-Elektronikhandel Pixmania.com. Die DSG-Aktie verlor an der Londoner Börse zeitweise mehr als ein Fünftel ihres Wertes.

Next-Aktien rutschten um knapp acht Prozent, obwohl der Konzern 2008 trotz seiner Skepsis mit umgerechnet bis zu 671 Millionen Euro einen Gewinn anpeilt, der leicht über den Markterwartungen liegen würde.

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