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27.12.2016

14:34 Uhr

Südkoreanischer Schiffbauer

Nur ein Kaufangebot für STX-Werft in Westfrankreich

Für die westfranzösische Werft des hochverschuldeten südkoreanischen Schiffbauers STX gibt es nur ein fristgerechtes Angebot. Ob das Angebot angenommen wird, muss nun ein Gericht entscheiden.

Die französische Werft von STX läuft sehr gut und hat volle Auftragsbücher. dpa

Werft in Saint-Nazaire

Die französische Werft von STX läuft sehr gut und hat volle Auftragsbücher.

SeoulFür die Werft des kriselnden südkoreanischen Schiffbauers STX im westfranzösischen Saint-Nazaire gibt es nur ein einziges Kaufangebot. Für STX Frankreich hätten ursprünglich der italienische Schiffbau-Riese Fincantiere Spa, die Damen Shipyards Group aus den Niederlanden und die vom französischen Staat kontrollierte Kriegsschiffbauer DCNS Interesse signalisiert, sagte ein Sprecher des Gerichts in Seoul, das für die Insolvenz von STX zuständig ist, am Dienstag. Nur ein Interessent habe aber fristgerecht ein Angebot vorgelegt.

Der viertgrößte südkoreanische Schiffbauer STX Offshore & Shipbuilding ist hoch verschuldet. Er leidet unter einem Rückgang der weltweiten Nachfrage und Managementfehlern. Der Sanierungsplan sieht unter anderem den Verkauf der Werft in Saint-Nazaire an der westfranzösischen Atlantikküste vor. Ob das vorliegende Angebot angenommen wird, soll nach Angaben eines Unternehmenssprechers am 3. Januar von dem Gericht bekanntgegeben werden.

Die Lage der Container-Schifffahrt

Fusionen

Die drei großen japanischen Containerreedereien Nippon Yusen Kaisha (NYK), Mitsui OSK Lines (MOL) und Kawasaki Kisen Kaisha (K-Lines) treten ab April 2018 unter einem neuen Namen gemeinsam an. Zusammengeführt hat die japanischen Reedereien Not und nackte Angst. Sie hatten riesige Verluste angehäuft und Angst vor der endgültigen Pleite. Zuvor hatten sich bereits die chinesischen Reedereien Cosco und China Shipping Container Lines vereinigt, die französische Reederei CMA CGM hatte APL aus Singapur übernommen, und die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd hatte sich erst die Containersparte der chilenischen CSAV einverleibt und dann die arabische UASC.

Pleite

Die Rettungsbemühungen für Hanjin laufen zwar noch, aber als globale Reederei sind die Koreaner seit ihrer Pleite im August aus dem Spiel. Niemand wird nach diesen Erfahrungen einer wackeligen Reederei noch einen Container anvertrauen. Zehntausende von Containern kamen verspätet an, mussten teuer bei den Terminals ausgelöst werden oder waren am Ende ganz wertlos, weil sie Saisonware enthielten. Die Schäden bei Kunden, Banken, Versicherungen und Lieferanten sind noch nicht übersehbar

Frachtraten

Die Frachtraten sind seit Jahren wegen der Überkapazitäten und des schwachen Wachstums des Welthandels im Keller. Auch die Fusionen konnten sie noch nicht stabilisieren. „Wir haben nicht zu viele Reedereien, sondern zu viele Schiffe“, sagte der Hamburger Schifffahrtsexperte Prof. Ulrich Malchow im November. Die Insolvenz von Hanjin habe nur kurzzeitig Erholung gebracht.

Weltlage

Zuletzt gab es weltweit noch zwei Länder, in denen mehr als eine große Reederei ihren Sitz hat: Taiwan und Deutschland. Mit dem Oetker-Verkauf von Hamburg Süd nach Dänemark ist das Geschichte.

STX Offshore & Shipbuilding hält seit 2008 zwei Drittel der Anteile von STX Frankreich. Den Rest hält der französische Staat. Die französische Werft läuft sehr gut und hat volle Auftragsbücher. Sie ist derzeit der einzige Teil von STX, der profitabel läuft.

Von

afp

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