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13.01.2015

09:44 Uhr

Südzucker

Schlechte Zeiten bei Zucker und Bioethanol

Obwohl das Geschäftsergebnis auch im dritten Quartal eingebrochen ist, hält Südzucker an seiner Gewinnprognose fest. Nicht nur der Zuckerpreis sinkt, auch beim Bio-Kraftstoff bleibt der Markt schwierig.

Allein im dritten Quartal schrumpfte das operative Ergebnis bei Südzucker wegen der sinkenden Preise für Zucker und Bioethanol um gut 80 Prozent auf 27 Millionen Euro, während der Umsatz um neun Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurückging. dpa

Allein im dritten Quartal schrumpfte das operative Ergebnis bei Südzucker wegen der sinkenden Preise für Zucker und Bioethanol um gut 80 Prozent auf 27 Millionen Euro, während der Umsatz um neun Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurückging.

WienSüdzucker stellt seinen Aktionären magere Zeiten in Aussicht: Die sinkenden Preise für Zucker und Bioethanol würden voraussichtlich auch das kommende Geschäftsjahr 2015/16 „erheblich belasten“, erklärte Europas größter Zuckerproduzent am Dienstag. Für das noch bis Ende Februar laufenden Jahr 2014/15 geht die Firma nach wie vor von einem Einbruch des operativen Gewinns um zwei Drittel auf rund 200 Millionen Euro aus.

Zu schaffen machen dem mehrheitlich von Bauern in Süddeutschland kontrollierten Konzern vor allem sinkende Zuckerpreise. Grund dafür sind eine höhere Produktion in Europa und steigende Importe aus Entwicklungsländern. Beides hatte die EU auf dem noch bis 2017 weitgehend regulierten Markt zugelassen - sie gibt dabei etwa die Produktionsquoten vor. Zudem könnten die Rekorderträge bei der noch laufenden Rübenernte die Preise weiter drücken. Wegen der frühen Aussaat im warmen Frühjahr und der vielen Niederschläge im Sommer waren die Zuckerrüben besonders gut gewachsen.

Zucker – der süße Energielieferant

Kohlenhydrat

Zucker ist ein Kohlenhydrat und hat einen hohen Kaloriengehalt. Der Energielieferant kommt in der Natur in verschiedenen Formen vor.

Quelle: dpa/zentrum-der-gesundheit.de

Haushaltszucker

Der Haushaltszucker (Saccarose) wird hauptsächlich aus Zuckerrohr und wie in Deutschland aus Zuckerrüben gewonnen.

Zucker hat viele Namen (1)

Es gibt verschiedene Sorten wie Kristallzucker, Puderzucker, Würfelzucker oder Kandis. In westlichen Gesellschaften ist der Konsum von raffiniertem Zucker zur täglichen Sucht geworden.

Zucker hat viele Namen (2)

Der Zuckergehalt eines Produktes wird häufig absichtlich vor dem Konsumenten „versteckt“. In der Zutatenliste des Etiketts wird der Zucker nämlich nicht unbedingt auch als solcher deklariert. Da steht vielleicht Saccharose oder Glukosesirup (als billiger Ersatz für Haushaltszucker, der nicht minder gefährlich ist).

Zucker hat viele Namen (3)

Oft enthalten Produkte auch reinen Traubenzucker (Glucose), Fruchtzucker (Fructose), Milchzucker (Laktose) oder Malzzucker (Maltose). Bei all diesen Zuckerarten handelt es sich um raffinierte Industriezucker – ganz egal, ob sie nun aus der Milch oder aus Früchten gewonnen wurden.

Fruchtzucker

Fruchtzucker, auch Fruktose genannt, klingt gesünder, hat aber keinen geringeren Energiegehalt als Kristallzucker. So müssen Diabetiker den Fruchtzucker wie normalen Zucker berechnen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass ein Übermaß an Fruktose in der Ernährung die Entwicklung von Fettleibigkeit begünstigt.

Künstliche Süßstoffe

Aspartam ist ein bekannter Süßstoff, der synthetisch hergestellt wird. Er ist in Softdrinks und Kaugummi weit verbreitet. Es gibt immer wieder Debatten, ob künstliche Süßstoffe gesundheitsgefährdend sind. Aspartam wurde in Deutschland 1990 zugelassen, die erlaubte Tagesdosis beträgt 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Natürliche Süßstoffe (Stevia)

Das zerkleinerte Stevia-Blatt ist 30-mal süßer als Kristallzucker. Wird der Süßstoff aus dem Blatt isoliert, erhält man den Süßstoff Steviosid, der 250- bis 300-mal süßer als Zucker ist. Ein weiterer Stoff, der aus der Pflanze gewonnen werden kann, ist das Rebaudiosid-A – 300- bis 450-mal süßer als Zucker.

Gesundheitsrisiko

Heute wird darüber diskutiert, ob Zucker ein Gesundheitsrisiko ist. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker ist in Deutschland und den USA mit mehr als 30 Kilogramm jährlich ähnlich hoch.

Maissirup

Die Amerikaner konsumieren aber mehr Maissirup, der häufig in Softdrinks verwendet wird. Er trägt möglicherweise zu Fettleibigkeit und einigen Erkrankungen bei.

Auch die österreichische Konzerntochter Agrana erwartet keinen baldigen Preisanstieg. „Wir sind darauf vorbereitet, dass sich die Situation im Segment Zucker in den nächsten Monaten weiter verschärft“, sagte Agrana-Chef Johann Marihart.

Bei der zweiten wichtigen Konzerntochter Cropenergies, die aus Getreide und Zuckerrüben Kraftstoff herstellt, führen die gesunkenen Preise für Bioethanol zu Verlusten. Auch für das erste Halbjahr 2015/16 sei keine Besserung in Sicht, hatte Cropenergies mitgeteilt.

An der Börse zählte die Südzucker-Aktie nur anfänglich zu den Gewinnern - weil das Unternehmen trotz der mauen Aussichten an seiner Prognose festhielt, wie Börsianer sagten. Später setzten sich die Verkäufer durch, die Aktie verlor zeitweise rund drei Prozent.

Konzernweit schrumpfte der operative Gewinn von Südzucker in den ersten drei Quartalen 2014/15 um knapp 70 Prozent auf 174 Millionen Euro, während der Umsatz um knapp elf Prozent auf 5,2 Milliarden Euro zurückging. Allein im dritten Quartal brach das Ergebnis um gut 80 Prozent auf 27 Millionen Euro ein. Analysten hatten durchschnittlich mit 28,4 Millionen Euro gerechnet.

Von

rtr

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