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10.01.2011

09:52 Uhr

Sun-Express

Ferienflieger greift in Deutschland an

VonGerd Höhler

Die deutsch-türkische Tochter der Lufthansa gründet einen Ableger in Frankfurt und plant den Einstieg in den Linienverkehr. Sun-Express greift damit unmittelbar Ferienfluggesellschaften wie Condor und TUI-Fly an. Innerdeutsche Strecken wird die neue Gesellschaft zunächst nicht anbieten.

Sun-Express-Flieger: Die deutsch-türkische Lufthansa-Tockter ründet einen Ableger in Frankfurt. ap

Sun-Express-Flieger: Die deutsch-türkische Lufthansa-Tockter ründet einen Ableger in Frankfurt.

ISTANBUL. Die türkische Ferienfluggesellschaft Sun-Express will den deutschen Markt erobern. Das Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Türk Hava Yollari ("Turkish Airlines") gründet dazu in Frankfurt die Sun-Express Deutschland GmbH. Sie soll zunächst aus Deutschland operieren und später den EU-Markt erschließen.

Sun-Express greift damit unmittelbar Ferienfluggesellschaften wie Condor und TUI-Fly an. "Das wird unser bisher wichtigstes Investment seit der Gründung von Sun-Express vor 21 Jahren", sagte CEO Paul Schwaiger dem Handelsblatt. Von der Gründung des Ablegers in Deutschland verspricht sich Schwaiger einfachere Genehmigungsverfahren und bessere Verkehrsrechte in der EU. Außerdem kann die Airline dank der Stationierung ihrer Maschinen in Deutschland von dort morgens zu den Zielflughäfen in den Ferienregionen starten, was den Planungen der Reiseveranstalter und Urlauber entgegenkommt.

Schwaiger wird zusätzlich sein Chefbüro vom türkischen Antalya nach Frankfurt verlagern. In Personalunion übernimmt der Österreicher die Geschäftsführung des Deutschland-Ablegers. Der Genehmigungsantrag für den Flugbetrieb liegt beim Luftfahrtbundesamt in Braunschweig. Im Sommer sollen die ersten Maschinen in Frankfurt abheben. Die neue Gesellschaft geht zunächst mit drei Boeing 737-800 an den Start, im Winter 2011/12 folgen drei weitere Maschinen.

"Wir betreiben kein Lohndumping

"

Die Cockpit- und Kabinenbesatzungen werde man auf dem deutschen Arbeitsmarkt anwerben, sagte Schwaiger. "Unser Ziel ist nicht, mit billigen Besatzungen aus der Türkei in Deutschland Lohndumping zu betreiben", sagt er. Ohnehin liegt in der Türkei das Nettogehalt eines 737-Kapitäns mit 7 000 Euro eher am oberen Ende der deutschen Marktspanne.

Zunächst will die deutsche Sun-Express ab Frankfurt Ziele in der Türkei anfliegen, um sich dann im Winter mit Zielgebieten wie z.B. Ägypten ein neues Marktsegment zu erschließen. Das Geschäftsmodell ähnelt dem der türkischen Muttergesellschaft, die in den vergangenen Jahren neben dem traditionellen Chartergeschäft verstärkt in den Linienverkehr ging.

Ein drittes Standbein schuf sich die als reiner Ferienflieger gestartete Gesellschaft mit dem Einstieg in den innertürkischen Linienverkehr - ein Markt mit großem Wachstumspotenzial. Dort fliegt Sun-Express vermehrt dezentrale Inlandsstrecken, auf denen es bisher keine Direktverbindungen gab. Die Airline beförderte in den ersten elf Monaten 2010 mit ihren 25 Boeing-Jets 6,2 Millionen Passagiere. Das waren 21,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch Sun-Express Deutschland werde sowohl Charter- als auch Linienflüge betreiben, sagte Schwaiger dem Handelsblatt. Viele Reiseveranstalter bevorzugten neben den Festkontingenten zunehmend die risikofreie Zubuchung, erklärt er. Auf innerdeutschen Strecken wird man die neue Airline vorerst nicht sehen, schon um der Lufthansa-Tochter Germanwings nicht ins Gehege zu kommen. "Wir bleiben auf die Touristik konzentriert, das ist unser Kerngeschäft, das wir in enger Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern betreiben werden", sagt Schwaiger.

Kommentare (1)

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John O´Connor

10.01.2011, 14:07 Uhr

Aber Hauptsache, DLH veräussert schnell schnell die Condor vor wenigen Jahren... Dann hätte man sich den Angriff auf eben diese auch schenken können und Sie als Streitross analog zur SunExpress D rausschicken können. Tzzzzzz.

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