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09.07.2015

07:37 Uhr

Supermarkt-Fusion

Rewe-Chef torpediert Edeka und Tengelmann

VonFlorian Kolf

Mit einem offenen Brief will Rewe-Chef Alain Caparros die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka verhindern. Er umgarnt die Gewerkschaft – und hat doch nur Minister Gabriel im Blick.

„Wir bieten die weitaus bessere Perspektive für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kaiser’s Tengelmann.“ dpa

Rewe-Chef Alain Caparros

„Wir bieten die weitaus bessere Perspektive für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kaiser’s Tengelmann.“

DüsseldorfMit aller Macht versucht Rewe-Chef Alain Caparros den geplanten Zusammenschluss der Konkurrenten Edeka und Kaiser’s Tengelmann zu torpedieren. In einer ganzseitigen Zeitungsanzeige, in der er Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub direkt anspricht, warnt er davor, dass die Macht des Marktführers Edeka nach einer Übernahme von Kaiser’s Tengelmann weiter wachsen würde – „zulasten des Wettbewerbs, der Kunden und der Lieferanten“. Und er macht sehr weitgehende Zusagen für die Mitarbeiter und die Sicherung der Arbeitsplätze, falls sich Haub doch noch zu einem Verkauf an Rewe entschließen sollte.

Die Attacke kommt für Tengelmann zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Das Kartellamt hat die Übernahme durch Edeka bereits untersagt. Nun hoffen die beiden Unternehmen, dass sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel mit einer Ministererlaubnis über das Votum der Wettbewerbshüter hinwegsetzt. Ihr Argument: Nur so könnten alle 16.000 Arbeitsplätze bei Kaiser’s Tengelmann gerettet werden. Eine Alternative dazu gebe es nicht.

Kaiser's Tengelmann: Verdi fordert Beschäftigungsgarantie für Mitarbeiter

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Verdi fordert Beschäftigungsgarantie für Mitarbeiter

Ob Edeka den Konkurrenten Kaiser's Tengelmann übernehmen darf, ist weiter offen. In einem Brief verspricht Edeka, alle Arbeitsplätze zu erhalten. Verdi fordert nun eine rechtsverbindliche Beschäftigungsgarantie.

Haubs Problem: Nicht einmal die Arbeitnehmer kaufen ihm diese Argumentation ohne weiteres ab. So hat die Gewerkschaft Verdi an diesem Dienstag erneut eine „nachhaltige Beschäftigungsgarantie“ für alle Mitarbeiter gefordert. Bisher gebe es keine derartige rechtsverbindliche Zusicherung von Edeka, kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Daran ändere auch ein am Wochenende bekanntgewordener Brief des Edeka-Chefs Markus Mosa an die Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Kaiser's Tengelmann nichts. Die darin gemachten Zusicherungen nannte sie „unverbindliche, geradezu wolkige Absichtserklärungen“. Zuvor hatte auch schon ein Teil des Betriebsrats von Tengelmann in einem Brief an Haub Bedenken angemeldet.

Genau an diesem wunden Punkt setzt jetzt Rewe-Chef Caparros an. In seiner Anzeige, die auch im Handelsblatt erschienen ist, erklärt er: „Wir bieten die weitaus bessere Perspektive für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kaiser’s Tengelmann.“

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