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17.06.2011

14:13 Uhr

„Susan K“

Reederei zahlt Lösegeld an Piraten

Für ein Lösegeld haben Piraten am Golf von Aden den deutschen Frachter "Susan K" frei gelassen. Die ukrainisch-philippinische Besatzung war seit mehr als zwei Monaten in der Gewalt der Piraten.

Soldaten der Deutschen Marine ueberfuehren im Golf von Aden. Quelle: dapd

Soldaten der Deutschen Marine ueberfuehren im Golf von Aden.

LeerDer von Piraten gekaperte deutsche Frachter „Susan K“ ist nach mehr als zwei Monaten gegen Zahlung eines Lösegelds freigekommen. Anfang April war das Schiff mit ukrainisch-philippinischer Besatzung vor der ostarabischen Küste angegriffen worden.

Wie viel Lösegeld die Reederei Nimmrich & Prahm aus dem ostfriesischen Leer zahlen musste und wie es den Seeleuten geht, wollte eine Unternehmenssprecherin am Freitag nicht sagen. Es sei jetzt erstmal wichtig, dass Schiff und Besatzung einen sicheren Hafen erreichen würden.

Die rund 100 Meter lange „Susan K“ fährt unter der Flagge von Antigua und Barbuda. An Bord befanden sich nach Angaben der Anti-Piraten-Mission der Europäischen Union vom April zehn Seeleute: vier aus der Ukraine und sechs von den Philippinen. Die Piraten hatten das Schiff vor der Küste von Oman, rund 200 Seemeilen (etwa 370 Kilometer) nordöstlich der Stadt Salalah überfallen.

Erst im April hatten Piraten ein Schiff der Bremer Beluga-Reederei aus einer monatelangen Geiselhaft entlassen, nachdem diese Lösegeld gezahlt hatte.

Seit 2008 sind dem Verband Deutscher Reeder zufolge 15 Schiffe von deutschen Unternehmen in die Hand von Piraten gelangt. Viele Reedereien würden deshalb private Sicherheitskräfte anheuern, um sich vor Angriffen im Golf von Aden zu schützen, sagte Verbandssprecher Max Johns. „Das ist aber nur die zweitbeste Lösung. Wir wollen nicht, dass das Gewaltmonopol auf See in private Hände gerät.“ Die deutschen Reeder würden Polizisten oder Soldaten zum Schutz bevorzugen, was aber am Personalmangel scheitere.

Den Golf von Aden zu umfahren, ist nach Johns' Angaben keine Alternative. Denn das würde einen Umweg von einigen Tausend Kilometern bedeuten. Außerdem hätte dies auch verheerende Auswirkungen auf den afrikanischen Kontinent. Ägypten würde ein Großteil seiner Einnahmen wegbrechen, und die ostafrikanischen Staaten seien vom Welthandel abgeschnitten.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Nachwuchs

17.06.2011, 19:01 Uhr

Und dafür wollen die Reeder Übernahme durch den Steuerzahler? Niemals? Sie sollen die Stärkung unserer Feinde selber zahlen mit Ihrem gesamten Vermögensverzicht! Unfähigkeit muss bestraft werden? Massiv! Wie können es diese Manager wagen, Menschenfeinde zu belohnen????

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