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03.02.2016

10:46 Uhr

Swatch

Starker Franken schrumpft Gewinn des Uhrenkonzerns

Die Aufhebung der Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken hatte Swatch-Chef Hayek Anfang 2015 scharf kritisiert. Er wusste, warum: Jetzt erhält der Schweizer Uhrenkonzern die Quittung – der Gewinn bricht ein.

Ein Fünftel weniger Gewinn für den Schweizer Uhrenkönig. AFP

Swatch-Chef Nick Hayek mit Smartwatch Touch Zero One

Ein Fünftel weniger Gewinn für den Schweizer Uhrenkönig.

ZürichDer Gewinn des weltgrößten Uhrenherstellers Swatch ist im vergangenen Jahr um mehr als ein Fünftel eingebrochen. Für den Rückgang auf 1,12 Milliarden Franken machte der Hersteller günstiger Plastikuhren und edler Zeitmesser der Marken Blancpain, Omega und Glashütte am Mittwoch unter anderem den starken Franken verantwortlich. Auch habe die Nachfrage nach Luxusgütern in Hongkong, dem wichtigsten Exportmarkt der Schweizer Uhrenindustrie, nachgelassen. Die Verkäufe in China seien positiv, ganz im Gegensatz zu Hongkong, betonte Swatch.

Der Umsatz fiel 2015 um drei Prozent auf 8,45 Milliarden Franken. Swatch seien wegen des überbewerteten Frankens alleine im vergangenen Jahr weit über eine Milliarde Franken an Umsatz entgangen, hieß es. In Euro gerechnet wären die Umsätze um 10,3 Prozent gewachsen. Anfang 2015 hatte die Schweizerischen Nationalbank die lange durchgesetzte Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken aufgegeben, was den Franken zu Höhenflügen ansetzen ließ.

Swatch, Cartier, Omega: Schweizer Uhren auf Steroid-Entzug

Swatch, Cartier, Omega

Schweizer Uhren auf Steroid-Entzug

Wachstumsraten von 20 Prozent waren in der Schweizer Uhrenindustrie einmal normal. Doch nun herrscht im vierten Jahr in Folge Flaute. Die Branche steht vor Umwälzungen – kleine Hersteller könnten untergehen.

Für Analysten ist der Umsatzrückgang keine Überraschung, fielen doch die Schweizer Uhrenexporte 2015 um mehr als drei Prozent. Auch dass sich die Umsätze im zweiten Halbjahr wegen der eingetrübten weltweiten Konjunktur verschlechtert haben, erstaune nicht. So hatte der Rivale Richemont schwächere Geschäfte zum Jahresende hin beklagt. Auch der französische Luxusgüterkonzern LVMH verzeichnete bei Uhren und Schmuck eine Verlangsamung.

Für das laufende Jahr gibt sich Swatch dennoch optimistisch. Trotz des anspruchsvollen Umfelds in den verschiedenen Regionen werde ein Umsatzwachstum von deutlich über vier Prozent in Lokalwährungen erwartet. Der Januar bestätige, dass vor allem in China der Konsum von Uhren gegenüber dem Vorjahr stark angezogen habe. Mehr Umsatz erhofft sich Swatch dabei nicht nur von neuen Produkten wie einer Smart-Watch mit Bezahl-Funktion oder der T-Touch-Linie bei Tissot, sondern auch bei den hochpreisigen klassischen Uhren sowie von den Olympischen Spielen in Brasilien, wo die Konzernmarke Omega offizieller Zeitmesser ist.

Die Aktionäre will Swatch mit einer stabilen Dividende von 7,50 Franken je Inhaberaktie und einem Aktienrückkaufprogramm im Umfang von einer Milliarde Franken bei Laune halten. An der Börse reagierten die Investoren jedoch skeptisch. Die Aktie büsste in einem stabilen Markt 3,5 Prozent ein. Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) und von Vontobel bezeichneten das Umsatzziel als ehrgeizig.

Von

rtr

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