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19.04.2015

11:52 Uhr

Tarifkonflikt

Bald droht neues Bahn-Chaos

Der Kampf der Lokführer um bessere Konditionen geht weiter. Der Bahn-Personalvorstand lüge über die Fortschritte, so Gewerkschaftschef Weselsky. Die GDL ruft zum Streik, über den wohl am Sonntag entschieden werden soll.

Der Vorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL will den siebten Streik in der laufenden Tarifrunde mindestens 24 Stunden vor Beginn ankündigen. dpa

Der Vorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL will den siebten Streik in der laufenden Tarifrunde mindestens 24 Stunden vor Beginn ankündigen.

Frankfurt/MainDie Lokführergewerkschaft GDL hat die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert erklärt. Ein erneuter Arbeitskampf werde zeitnah organisiert, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag in Frankfurt.

Nach Angaben Weselsky gegenüber „tagesschau24“ sollen die Streiks in der kommenden Woche beginnen. Eine Entscheidung über den genauen Beginn und die Dauer ist laut Gewerkschaftschef aber noch nicht gefallen.Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ wollte die Lokführergewerkschaft GDL am heutigen Sonntag über Arbeitsniederlegungen entscheiden. Wann diese anfangen und wie lange sie dauern sollen, blieb zunächst unklar.

Der siebte Streik in der laufenden Tarifrunde solle mindestens 24 Stunden vor Beginn angekündigt werden, damit sich die Fahrgäste „rechtzeitig darauf einstellen können“, sagte Weselsky am Samstag im Deutschlandfunk. Abgewendet werden könne der Ausstand nicht mehr. „Dafür ist es zu spät.“

Die GDL hatte die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn am Freitagabend ein weiteres Mal für gescheitert erklärt. Die Bahn bezeichnete die Reaktion als unverständlich. „Wir sind einen Meter vor der Ziellinie und haben ein Paket mit Lösungen und guten Vorschlägen auf dem Tisch“, erklärte Personalvorstand Ulrich Weber. „So weit waren wir noch nie.“

Die Streiks der GDL

1. Warnstreik am 1. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Warnstreik am 6. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

1. regulärer Streik am 7. und 8. Oktober

Neun Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Streik am 15. und 16. Oktober

14 Stunden im Personen- und Güterverkehr.

3. Streik vom 17. bis 20. Oktober

50 Stunden im Personenverkehr und 61 Stunden im Güterverkehr.

4. Streik vom 6. bis 8. November

64 Stunden im Personenverkehr und 75 Stunden im Güterverkehr.

5. Streik vom 21. bis 24. April

66 Stunden im Güterverkehr, Dienstag (15 Uhr) bis Freitag (9 Uhr) und 44 Stunden im Personenverkehr, Mittwoch (2 Uhr) bis Donnerstag (21 Uhr).

6. Streik vom 4. bis 10. Mai

Bislang längster Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn AG - 127 Stunden im Personenverkehr und 138 Streikstunden im Güterverkehr

7. Streik vom 19. bis 21. Mai

Die GDL streikt zunächst, ohne einen Endpunkt zu nennen – einigt sich aber am 21. Mai mit der Bahn auf eine Schlichtung.

Weselsky widersprach dieser Darstellung. „Der Mann lügt an der Stelle“, sagte der GDL-Chef im Deutschlandfunk. Es sei zwar über alles geredet worden, aber Weber sei nie bereit, „das auch zu fixieren und den nächsten Schritt zu machen“.

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