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19.04.2013

09:59 Uhr

Tarifkonflikt

Lufthansa will sich gegen neuen Warnstreik wehren

Am Montag will das Lufthansa-Bodenpersonal erneut in acht Städten streiken. Diesmal dürften noch mehr Flüge ausfallen als beim ersten Warnstreik. Die Airline erwägt rechtliche Schritte gegen die Gewerkschaft.

In dem Tarifkonflikt geht es um Entgelte und Arbeitsbedingungen von rund 33 000 Lufthanseaten vor allem aus den Technik- und Serviceeinheiten. dpa

In dem Tarifkonflikt geht es um Entgelte und Arbeitsbedingungen von rund 33 000 Lufthanseaten vor allem aus den Technik- und Serviceeinheiten.

Berlin/FrankfurtPassagiere der Lufthansa müssen für den kommenden Montag mit massiven Verspätungen und Flugausfällen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi hat das Bodenpersonal der Fluggesellschaft zu einem ganztägigen und nahezu flächendeckenden Warnstreik aufgerufen. Es ist bereits die zweite Welle von Arbeitsniederlegungen in dem Tarifkonflikt um Entgelte und Arbeitsbedingungen von rund 33 000 Lufthanseaten vor allem aus den Technik- und Serviceeinheiten. Am 21. März waren bei einem kürzeren Warnstreik 700 Flüge ausgefallen.

Lufthansa

Zweistelliger Millionenschaden durch Warnstreik

Lufthansa: Lufthansa: Zweistelliger Millionenschaden durch Warnstreik

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Auch rechtliche Schritte gegen die neuen Streiks schließt die Airline nicht mehr aus. "Die Grenzen eines Warnstreiks sind mit der Ankündigung deutlich überschritten", kritisierte ein Lufthansa-Sprecher am Freitag die Pläne der Gewerkschaft. Es seien schon vier weitere Verhandlungstage vereinbart. "Wir prüfen jetzt rechtliche Schritte", sagte der Sprecher. Die Fluggesellschaft rechnet mit einem zweistelligen Millionenschaden.

Lufthansa rechnet für Montag sicher mit Flugausfällen, wie eine Sprecherin in Frankfurt erklärte. Details zum Flugplan sollten noch im Laufe des Freitags bekanntgegeben werden. Die Passagiere würden frühzeitig vorgewarnt und könnten sich selbst über die Internet-Seiten des Unternehmens über mögliche Flugausfälle informieren.

„Inakzeptables Angebot“: Neuer Streik bei der Lufthansa möglich

„Inakzeptables Angebot“

Neuer Streik bei der Lufthansa möglich

Die Gewerkschaft Verdi hat ein Angebot der Lufthansa abgelehnt.

Verdi hat Mitarbeiter an den Flughäfen und Standorten Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart, Hannover, Düsseldorf, Köln und Norderstedt aufgerufen. In Norderstedt sitzt die Lufthansa-Tochter LRS (Lufthansa Revenue Services GmbH), die geschlossen werden soll. In Berlin und Nürnberg sind Aktionen bis zum frühen Nachmittag geplant.

Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle kritisierte erneut das am Mittwoch vorgelegte erste Angebot der Lufthansa. Es bedeute für die Beschäftigten mit Entgeltsteigerungen zwischen 0,4 und 0,6 Prozent im ersten Jahr deutliche Reallohnverluste und sei keinesfalls hinnehmbar. Lufthansa verweigere Zusagen zur Beschäftigungssicherung und spiele so mit den Ängsten der Mitarbeiter.

Streiks und Warnstreiks im deutschen Luftverkehr

21. März 2012

Am Frankfurter Flughafen fallen während eines fünftägigen Arbeitskampfes mehr als 1700 Flüge aus, rund 170 000 Passagiere sind betroffen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

27. März

Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld legen rund 1500 Beschäftigte des Bodendienstleisters Globeground die Arbeit nieder.

7. September

Die Gewerkschaft Ufo verursacht den bislang größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100 000 Passagiere sind betroffen. Es ist der erste bundesweite Streik der rund 18 000 Lufthansa-Flugbegleiter. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

10. Dezember

Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals führen an mehreren deutschen Flughäfen zu Verspätungen. Verdi hatte zu den Aktionen aufgerufen. Hintergrund sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag.

18. Januar 2013

Ein Streik legt den Hamburger Flughafen weitgehend lahm. Die meisten Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen folgen einem Verdi-Aufruf und legen für den ganzen Tag die Arbeit nieder. Betroffen sind rund 19 000 Reisende.

24./ 25. Januar

Ein Streik des privaten Sicherheitspersonals auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sorgt für große Behinderungen. Hunderte Flüge fallen aus.

14./ 15. Februar

Streiks der Sicherheitskräfte in Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn legen den Betrieb erneut fast komplett lahm.

20. Februar

Die Streiks gehen in Hamburg weiter, vor den Terminals gibt es wieder lange Warteschlangen.

26. Februar

In der ersten Runde der Tarifverhandlungen bei der Lufthansa kommen sich die Parteien nicht näher. Die Gespräche werden auf den 22. März vertagt.

20. März 2013

Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde ruft Verdi zu Warnstreiks an den Standorten Frankfurt, Berlin und Hamburg auf. Die Gewerkschaft Verdi vertritt vor allem Beschäftigte in den Boden- und Serviceeinheiten der Lufthansa.

Die designierte Vize-Vorsitzende des Lufthansa-Aufsichtsrats Behle verwies auf das Sparprogramm Score, in dessen Rahmen allein in Deutschland 2500 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. „Die Leute haben echte Angst um ihre Arbeitsplätze. Sie brauchen klare Aussagen, dass sie hier noch erwünscht sind“, sagte die Gewerkschafterin der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe eine große Empörung unter den Beschäftigten über die bestehende „Erpressungssituation“.

Lufthansa hatte am Mittwoch die Verdi-Forderung nach Jobgarantien und 5,2 Prozent mehr Geld mit einem nach Geschäftsfeldern modifizierten und in Teilen erfolgsabhängigen Vergütungsangebot gekontert. Auch an ihren Forderungen nach längeren Arbeitszeiten und verschobenen Stufensteigerungen hält Lufthansa fest und würde dafür dann Jobgarantien geben. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 29./30. April geplant.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

19.04.2013, 11:18 Uhr

Das arbeitsfaule Pack fristlos rausschmeißen, und durch arbeitswillige, qualifizierte und billige südeuropäische (oder sonst wo her) Lohnsklaven ersetzen, die gutmütig ihre dumme Fresse halten. So einfach ist das !

Baltic

19.04.2013, 13:10 Uhr

Das von Ihnen gesagte wird bereits seitens LH seit Jahren praktiziert. Machen Sie sich doch einmal die Mühe
und sehen bei LH hinter die Kulissen, was in D noch an Arbeit/Dienstleistung erbracht wird. Implizit nimmt das jeder LH Kunde an und zahlt, wenn auch murrend, einen höheren Ticketpreis als bei der LH Konkurrenz. Aber wenn die Kunden einmal hinter die Kulissen blicken würden, dann...

Billyjo

19.04.2013, 14:26 Uhr

Es wird mal Zeit das den Gewerkschaften endlich mal ihre Grenzen und das von höchster Stelle aufgezeichnet werden denn die , gerade Verdi, fühlen sich schon wie der Staat im Staate, lassen sich von den blöden Mitgliedern die Kohlen für ihre eigenen Pfründe aus dem Feuer holen, denn das einzelne Mitglied ist denen eh egal es sei denn können selber und persönlich profitieren. Je mehr Streiks desto mehr wird automatisiert und Arbeitsplätze abgebaut oder nicht mehr besetzt.

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