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24.02.2012

09:24 Uhr

Tarifkonflikt

Verkehr am Frankfurter Flughafen normalisiert

In Frankfurt läuft der Verkehr wieder reibungslos, die Auswirkungen des Vorfeld-Streiks sind vorüber. Gestern waren noch zahlreiche Flüge gestrichen worden. Die Konfliktparteien trafen sich derweil zu Verhandlungen.

Flughafen von Frankfurt. dpa

Flughafen von Frankfurt.

FrankfurtZwei Tage nach Aussetzung des Streiks der Vorfeldmitarbeiter hat sich die Lage am Frankfurter Flughafen normalisiert. Wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport mitteilte, gab es am Freitag keine streikbedingten Annullierungen mehr. Am Donnerstag waren dagegen als Folge des Ausstands noch 180 von 1.270 Verbindungen gestrichen worden.

Die Verhandlungen zwischen Fraport und der Gewerkschaft der Flugsicherung über einen neuen Tarifvertrag für die knapp 200 Vorfeldbeschäftigten waren am Donnerstag wieder aufgenommen worden und wurden am Freitag fortgesetzt.

Das sieht der Schlichterspruch vor

Geltungsbereich

Der Schlichterspruch des früheren Ersten Bürgermeister von Hamburg, Ole von Beust, wird in den Verhandlungen zwischen Fraport und GdF wieder eine bedeutende Rolle spielen. Der Spruch betrifft die Beschäftigten in den Bereichen Zentrale Vorfeldkontrolle, Verkehrszentrale und Vorfeldaufsicht. Bis spätestens 1. August 2012 sollen sollen diese operativen Funktionen auf ein rechtlich selbstständiges Unternehmen übertragen werden.

Laufzeit

Der Schlichterspruch sieht eine Laufzeit von vier Jahren vor. Der Tarifvertrag sollte am 1. Januar 2012 beginnen und bis zum 31. Dezember 2015 laufen.

Entgelte

Für die Mitarbeiter der Vorfeldkontrolle werden im Schlichterspruch die Forderungen der GdF zugrunde gelegt. Nach Fraport-Angaben sollen die Kontrolleure zwischen knapp 80.000 und knapp 87.000 Euro gefordert haben. Für die Beschäftigten der Verkehrszentrale sind Entgelte zwischen 50.500 Euro (Disponent) und 64.000 Euro (Schichtleitung) vorgesehen. Mitarbeiter der Vorfeldaufsicht sollen zwischen fünf und acht Prozent weniger als ihre Kollegen der Verkehrszentrale erhalten. 50 Prozent der Erhöhungsbeträge sind ab dem 1. Januar 2012 vorgesehen, die weiteren 50 Prozent ab dem 1. Januar 2014.

Nachtzeitraum

Für die ersten beiden Geltungsjahre des Tarifvertrages (2012 und 2013) soll die Zeit von 21 bis 6 Uhr morgens als Nachtzeitraum gelten. Ab 2014 beginnt die Nacht für die Vorfeldmitarbeiter eine Stunde früher und geht dann von 20 bis 6 Uhr.

Überstundenvergütung

Für Überstunden sind im Schlichterspruch Zuschläge von 35 Prozent vorgesehen. Die Zuschläge sollen für alle drei Berufsgruppen gelten.

Rufbereitschaft

Sind Mitarbeiter in Bereitschaft, so sollen sie dafür 40 Prozent einer regulären Arbeitsstunde angerechnet bekommen. Die Hälfte davon sind laut Schlichterspruch in Freizeitausgleich, die andere Hälfte in Entgelt zu vergüten.

Über Ort und Inhalt der Gespräche machten beide Seiten weiter keine Angaben. Am Donnerstagabend waren die Verhandlungen unterbrochen worden. GdF-Sprecher Matthias Maas sagte, weitere Verhandlungstermine am Wochenende oder in der nächsten Woche seien bisher nicht geplant. Diese richteten sich nach dem Verlauf der Gespräche. Vor Beginn der Verhandlungen schienen die Fronten zwischen Gewerkschaft und Fraport verhärtet.

Der Flughafenbetreiber kritisierte, einige der bisherigen Forderungen der GdF seien so hoch, dass sie in keiner Relation mehr zu diesen stünden und das Gehaltsgefüge insgesamt sprengten. Nach Fraport-Angaben wollten die Mitarbeiter der Vorfeldkontrolle zwischen 48 und 73 Prozent mehr Lohn. Die GdF bestritt diese Angaben.

Von

dapd

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