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16.10.2015

18:03 Uhr

Tarifstreit bei Lufthansa

Ufo bereit, dreistelligen Millionenbetrag zu sparen

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat der Lufthansa einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Sie ist einem Medienbericht zufolge bereit, einen dreistelligen Millionenbetrag einzusparen – stellt aber klare Bedingungen.

Im Tarifstreit mit der Lufthansa ist die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo angeblich bereit, einen dreistelligen Millionenbetrag einzusparen. AFP

Lufthansa

Im Tarifstreit mit der Lufthansa ist die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo angeblich bereit, einen dreistelligen Millionenbetrag einzusparen.

HamburgIm Tarifstreit bei der Lufthansa hat die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo der Airline einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Wie der „Spiegel“ am Freitag vorab berichtete, sieht der Vorschlag unter anderem vor, dass das Kabinenpersonal durch Reformen bei Gehalt sowie Alters- und Übergangsversorgung einen Sparbeitrag in dreistelliger Millionenhöhe leistet. Die Lufthansa soll sich im Gegenzug etwa dazu verpflichten, mit der Gewerkschaft Mindeststandards für die Arbeitsbedingungen bei Billigablegern wie der neuen Tochter Eurowings zu vereinbaren.

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte auf Anfrage, dass Ufo einen Vorschlag übermittelt habe. Die Airline werde bis Montagabend darauf reagieren. Zu den Inhalten wollte er sich nicht äußern. Ufo äußerte sich nicht zu dem Kompromissvorschlag.

Die Tarifbaustellen der Lufthansa

Es ist kompliziert

Die Lufthansa führt mit mehreren Gewerkschaften getrennte Tarifverhandlungen für unterschiedliche Berufsgruppen. Das komplizierteste Thema sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Piloten

Im Tarifstreit der rund 5400 Piloten im Lufthansa-Konzerntarifvertrag (KTV) geht es nicht nur um Gehalt oder Betriebsrenten, wenn letztere auch der offizielle Anlass für bislang 13 Streikrunden waren. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will den ungebremsten Ausbau der Lufthansa-Billigschiene „Eurowings“ verhindern, unter deren Dach etliche Fluggesellschaften mit weit geringer bezahlten Piloten agieren können.

Bodenpersonal

Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Verhandlungsauftakt für rund 33.000 Bodenbeschäftigte der Lufthansa versucht, das Rententhema herauszuhalten. Nach vier Runden will die Airline aber immer noch die Gehaltsverhandlungen mit der Frage künftiger Betriebsrenten verknüpfen. Die Parteien haben sich bis Ende September vertagt und wollen die Rentenfrage in Arbeitsgruppen besprechen. Von Streiks war noch nicht die Rede.

Flugbegleiter

Die Kabinengewerkschaft Ufo war nach der gescheiterten Schlichtung zu den Rentenfragen schon bereit zu einem Streik, der Ende Juni erst in letzter Minute abgesagt wurde. Lufthansa hatte ihr Angebot zur Neuregelung der Betriebsrenten von rund 19.000 Flugbegleitern der Kernmarke Lufthansa aufgestockt. Anders als Cockpit ist Ufo zu einem Systemwechsel bei den Renten bereit und lehnt auch den geplanten Unternehmensumbau nicht kategorisch ab. Für die Gespräche hat man sich bis zum 1. November Zeit genommen.

Quelle: dpa

Lufthansa verhandelt mit mehreren Gewerkschaften. Knackpunkte in den Verhandlungen sind Regelungen zu Alters- und Übergangsversorgung der Mitarbeiter. Im Hintergrund schwelt ein Konflikt um die Neuausrichtung der Airline. Um konkurrenzfähig zu bleiben, will Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit Eurowings eine Billigtochter etablieren, in der Mitarbeiter zu deutlich schlechteren Konditionen beschäftigt werden sollen als derzeit in der Muttergesellschaft.

Von

afp

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