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02.06.2016

17:30 Uhr

Tarifstreit bei Metro

Real-Mitarbeiter bekommen weniger Geld

Metro will bei der Supermarktkette Real die Kosten senken: Der Handelskonzern kürzt bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld, im Gegenzug wird es unter anderem eine Bestandsgarantie für einen Großteil der Märkte geben.

Der Metro-Konzern will die Kosten bei seiner Tochter senken. Reuters

Real-Zentrale in Düsseldorf

Der Metro-Konzern will die Kosten bei seiner Tochter senken.

DüsseldorfAuf die 36.000 Beschäftigten der kriselnden Supermarktkette Real kommen Abstriche beim Verdienst zu. Im Gegenzug erklärt sich die Konzernmutter Metro zu Bestandsgarantien für einen Großteil der Märkte und Investitionen in Höhe von insgesamt rund einer Milliarde Euro bereit. Metro-Chef Olaf Koch sprach am Donnerstag von einer richtungsweisenden Entscheidung für die Kette, das zuständige Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger von einem „wichtigen Kompromiss“. Die Verdi-Mitglieder bei Real müssen die Übereinkunft aber noch billigen.

Deutliche Kürzungen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind Bestandteil von Eckpunkten, auf die sich die Konzernmutter Metro und die Gewerkschaft Verdi verständigt haben, wie beide Seiten mitteilten. Real zahlt den Beschäftigten zudem nicht die Tariferhöhungen für die Jahre 2015 bis 2017, die für die Branche gelten. Real hatte sich bereits im vergangenen Jahr aus dem Flächentarifvertrag verabschiedet, um die Kosten nicht steigen zu lassen. Aber auch die leitenden Angestellten sollen nun einen Beitrag zu den Einsparungen leisten. Ab 2018 sollen die Real-Beschäftigten dann in Stufen wieder an den Flächentarifvertrag herangeführt werden. Dazu sollen im Oktober 2016 Verhandlungen über eine neue Entgeltstruktur beginnen, die im ersten Quartal 2018 enden sollen.

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Metro habe den Arbeitnehmern im Gegenzug Bestandsgarantien für einen Großteil der Märkte zugesagt. Auch habe sich der Konzern zu Investitionen in die Modernisierung der kriselnden Kette verpflichtet. Rund 200 Millionen Euro pro Jahr sollen fließen – insgesamt eine Milliarde Euro in fünf Jahren. Die Beschäftigten müssen nun erst einmal nicht mehr eine Zerschlagung Reals fürchten.

Metro-Chef Olaf Koch hatte immer wieder auf niedrigere Löhne bei Real gepocht. Erst bei Kostensenkungen werde Metro in den geplanten Umbau des Sorgenkinds investieren. Bei einem Scheitern der Verhandlungen müsse Metro dagegen „die Situation neu bewerten“, hatte Koch die Arbeitnehmer gewarnt. Noch lägen die Lohnkosten für die Real-Mitarbeiter um bis zu 30 Prozent über denen der Konkurrenz. Gelinge die Einigung mit der Belegschaft nicht, könnte Koch versuchen, Real an einen Finanzinvestor zu veräußern, hatten Insider gesagt. Dieser könnte die Kette zerschlagen und die Märkte in Deutschland einzeln verwerten. Dieses Szenario ist mit der Einigung erst einmal vom Tisch.

Auch für Koch ist die Einigung ein wichtiger Schritt. Er will den Konzern aufteilen, Real und die Großhandelsmärkte sollen abgespalten werden. Koch soll den Plänen zufolge Chef des neuen Großhandels- und Lebensmittel-Spezialisten werden. Verbleiben bei Metro soll das Elektronikhandelsgeschäft um Media Markt und Saturn.

Von

rtr

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