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28.02.2012

12:09 Uhr

Tarifstreit

Fraport und Lufthansa wehren sich gegen Fluglotsen-Streik

Auch das noch, dürften sich heute Morgen die Passagiere am Frankfurter Flughafen denken: Nun gehen auch die Fluglotsen in den Ausstand. Doch Fraport und Lufthansa nehmen das nicht hin.

Auch Fluglotsen sollen in Frankfurt streiken

Video: Auch Fluglotsen sollen in Frankfurt streiken

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FrankfurtDie Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat die Fluglotsen in Frankfurt zum Solidarstreik aufgerufen. Wie GdF-Tarifvorstand Markus Siebers am frühen Dienstagmorgen bestätigte, sollen die Fluglotsen am Tower in Frankfurt am Mittwoch von 05.00 Uhr bis 11.00 Uhr die Arbeit niederlegen. Diese Maßnahme diene der Solidarität mit den GdF-Mitgliedern. Tarifgespräche zwischen dem Flughafen Frankfurt und der GdF waren am vergangenen Freitag gescheitert.

Nach Ansicht der Deutschen Flugsicherung (DFS) könnte ein Solidarstreik der Lotsen den größten deutschen Airport vollständig lahmlegen. Nach dem Aufruf der Gewerkschaft an die bislang nicht streikenden Kollegen im Tower appellierte die DFS am Dienstagmorgen an die Lotsen, die Arbeit nicht niederzulegen. Nach Angaben von DFS-Arbeitsdirektor Jens Bergmann prüft die Flugsicherung rechtliche Schritte gegen die Lotsen, um einen Solidarstreik am Mittwoch noch zu verhindern. Ein DFS-Sprecher hält die Androhung völlig unverhältnismäßig. „Das ist nicht unser Arbeitskampf, sondern es geht um die Fraport.“

Zuvor hatte die GdF bereits mit ihrer Hausmacht bei der Deutschen Flugsicherung gedroht. Der Vorstand habe am Montag die Voraussetzungen für Solidaritätsstreiks aller ihrer rund 3500 Mitglieder geschaffen, erklärte GdF-Sprecher Matthias Maas. Dies schließe die Lotsen der Flugsicherung explizit mit ein.

Maas beschuldigte Fraport-Chef Stefan Schulte, den Konflikt unnötig eskaliert zu haben. Mit seinem unaufrichtigen Gesprächsangebot in der vergangenen Woche habe er Passagiere, die Airlines und die Gewerkschaft getäuscht. „Schulte sagt, er will uns auspokern. Ab jetzt pokern wir auch“, sagte Maas. Die Maßnahmen der Vorfeldmitarbeiter gegen die Fraport würden entgegen der bisherigen Praxis nicht mehr angekündigt.

Ein Fraport-Sprecher nannte die Drohung „maßlos überzogen“. Alleine eine Androhung konkreter Ausweitungen würde zu massiven wirtschaftlichen Schäden führen, die durch nichts zu rechtfertigen seien. „Es kann nicht sein, dass ein zu 100 Prozent im Bundesbesitz befindliches Unternehmen, das ein vom Staat garantiertes Monopol ausübt, in einen privatrechtlichen Tarifstreit hineingezogen wird. Hier ist die Bundespolitik gefordert“, erklärte der Sprecher in einer Mitteilung.Seit Donnerstag vorvergangener

Fraport und die Lufthansa wollen den geplanten Streik der Fluglotsen am Frankfurter Flughafen vor Gericht stoppen. Fraport und die Airline würden juristische Schritte in Form einer einstweiligen Verfügung gegen die Arbeitsniederlegung einleiten, teilte der Betreiber des Frankfurter Flughafens am Dienstag mit. Die Fluglotsen wollen ihre Arbeit am Mittwoch von fünf Uhr bis elf Uhr niederlegen. Und schließlich droht auch die Deutsche Flugsicherung (DFS) den Fluglotsen mit rechtlichen Schritten bei einer Beteiligung am Streik des Vorfeldpersonals.

Kommentare (36)

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27.02.2012, 20:16 Uhr

Dazu fallen mir nur noch giechische Taxifahrer ein.
Ein gegenwärtig vorhandenes Monopol ausnützen.

Dr.Fischer

27.02.2012, 20:32 Uhr

Aus den Geschäftsberichten der Fraport AG: Vergütung des Vorstandes 2009: insgesamt 2,868 Mio € Vergütung des Vorstandes 2010: insgesamt 4,307 Mio € ca. 50% Plus... Interessant ist auch, daß die Streikbrecher aus dem Mangement so entbehrlich sind. Da liegt doch noch ein enormes Einsparpotenzial.

Trillerpfeiffe

27.02.2012, 20:55 Uhr

Es ist hirnrissig in einem Unternehmen Sparten-Gewerkschaften zuzulassen. Eine Gewerkschaft für alle Berufe in einer Firma, sonst drohen uns Zustände wie in UK vor Maggie Thatcher.

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