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04.03.2014

12:17 Uhr

Tarifstreit mit Lokführern

Streikgefahr bei der Bahn vorerst gebannt

Sie reden wieder miteinander: Die Bahn hat im Tarifkonflikt mit den Lokführern ein Angebot vorgelegt, die Gewerkschaft GDL will nun wieder verhandeln. Damit ist der angedrohte Streik zunächst vom Tisch.

Die Lokführer sind wieder an Bord: Nach einem Stillstand bei den Verhandlungen erklären sie sich zu neuen Gesprächen bereit. ap

Die Lokführer sind wieder an Bord: Nach einem Stillstand bei den Verhandlungen erklären sie sich zu neuen Gesprächen bereit.

BerlinIm Tarifkonflikt mit der Bahn verzichtet die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vorerst auf Streiks. Die Deutsche Bahn legte am Dienstag ein neues Angebot zur beruflichen Absicherung der Lokführer vor. Daraufhin erklärte sich die GDL bereit, an einem weiteren Sondierungsgespräch an diesem Mittwoch in Berlin teilzunehmen. Am 20. März sollten dann „Endverhandlungen“ über den neuen Tarifvertrag geführt werden, sagte GDL-Sprecher Stefan Mousiol in Frankfurt. Bis zu diesem Datum schließe die GDL Streiks aus.

Zu den Details des neuen Angebots machten beide Seiten keine Angaben. Die Tarifparteien hatten die Verhandlungen in der vergangenen Woche unterbrochen. Die GDL verlangte bis Dienstag (4. März) eine verbesserte Offerte. Strittig war zuletzt, welche Personengruppe im Fall einer Berufsunfähigkeit tariflich einen besonderen Schutz mit einer Einkommensgarantie erhalten soll. Die GDL, die rund 20.000 Mitarbeiter vertritt, verlangt einen umfassenden Schutz für Lokführer, die aus psychischen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben können – zum Beispiel, wenn sie Selbstmord auf Schienen miterleben mussten. Die Bahn hatte der GDL angeboten, auf Kündigungen aus Gesundheitsgründen zu verzichten, den Mitarbeitern andere Arbeitsplätze im Konzern anzubieten und ihnen, wenn gewünscht, über Abfindungsangebote ein Ausscheiden zu erleichtern.

Es geht darum, ob lediglich nach einem Zugunfall traumatisierte Lokführer oder auch andere Lokführer mit Gesundheitsproblemen in den Genuss einer solchen Regelung kommen. Die Betroffenen sollen sich statt eines anderen Arbeitsplatzes beim Bahnkonzern auch für eine Abfindung entscheiden können. Außerdem fehlt eine Einigung der Tarifparteien, in welchem Zeitraum fahrdienstuntaugliche Lokführer nicht an einen weit entfernten Ort versetzt werden dürfen.

„Wir haben nach intensiver Bewertung der GDL ein abschließendes, nochmals erweitertes Angebot gemacht“, sagte eine Bahnsprecherin am Dienstag. Die Gewerkschaft müsse nun zeigen, „ob sie ernsthaftes Interesse an einer Lösung für unsere Lokführer hat“.

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