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04.06.2015

16:28 Uhr

Tarifstreit

Post lässt Ultimatum verstreichen – Streiks drohen

Bei der Deutschen Post werden unbefristete Streiks wahrscheinlicher. Die Arbeitgeber wollen nicht auf das auslaufende Ultimatum der Gewerkschaft Verdi eingehen. Viele Briefe und Pakete könnten wieder liegen bleiben.

Einigen sich die Deutsche Post und Verdi nicht, drohen umfangreiche Arbeitsniederlegungen. dpa

Warnstreiks bei der Deutschen Post

Einigen sich die Deutsche Post und Verdi nicht, drohen umfangreiche Arbeitsniederlegungen.

DüsseldorfDie Gewerkschaft Verdi hat sich nach Verstreichen eines Ultimatums noch nicht auf neue Ausstände bei der Post festgelegt. Unbefristete Streiks seien „ab sofort möglich“, teilte sie am Donnerstag mit. Termine oder konkrete Maßnahmen wurden aber zunächst nicht genannt. Die Post war nicht auf ein Ultimatum von Verdi eingegangen und will sich erst Anfang kommender Woche zu einem Angebot der Gewerkschaft äußern.

Die Post werde „ungeachtet irgendwelcher Drohkulissen Anfang der nächsten Woche“ zu dem Verdi-Vorschlag Stellung nehmen, erklärte ein Post-Sprecher. Verdi hatte der Post dagegen nur eine Annahmefrist bis 16 Uhr an diesem Donnerstag eingeräumt. Bei einer Ablehnung des Angebots durch die Post seien die Tarifverhandlungen gescheitert, hatte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis erklärt.

Dann würde ein unbefristeter Streik auf die bisherigen Warnstreiks folgen. Die Verbraucher müssen sich dann auf leere Briefkästen und eine verspätete Auslieferung von Pakten einstellen. Die Gewerkschaft werde sich vor Ende des Ultimatums nicht weiter äußern, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

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Das Verdi-Angebot zielt darauf ab, dass die Post die Mitarbeiter aus 49 neu gegründeten Firmen mit geringeren Löhnen künftig nach dem besser dotierten Haustarifvertrag bezahlt. Im Gegenzug will die Gewerkschaft in diesem Jahr unter anderem auf eine lineare Lohnerhöhung für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns verzichten. Verdi sind die geringeren Entgelte in den neuen Firmen ein Dorn im Auge, das Klima zwischen beiden Seiten ist vergiftet.

„Wir sind nach erster Augenscheinnahme skeptisch, ob der Vorschlag einen Beitrag zur langfristigen Lösung unseres bestehenden Wettbewerbsnachteils leisten kann“, betonte der Post-Sprecher. Die Forderungen fielen zum Teil zudem hinter das zurück, was bereits vereinbart worden sei. Die Post beklagt seit langer Zeit, dass ihre Personalkosten in Deutschland deutlich über denen ihrer Wettbewerber liegen. Konzernchef Frank Appel will dies ändern.

Von

rtr

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