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12.02.2014

19:04 Uhr

Tarifverhandlung

Lufthansa-Piloten stellen Bedingungen für weitere Gespräche

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit will mit der Lufthansa nicht weiterverhandeln, ehe der gekündigte Tarifvertrag nicht juristisch verbindlich weitergilt. Derweil läuft die Urabstimmung über einen Pilotenstreik.

Lufthansa-Flugzeuge in Düsseldorf: Das vom Unternehmen zum Jahreswechsel aufgekündigte Regelwerk ermöglichte den Piloten, bereits ab dem Alter von 55 Jahren mit bis zu 60 Prozent der Bruttobezüge auszuscheiden. ap

Lufthansa-Flugzeuge in Düsseldorf: Das vom Unternehmen zum Jahreswechsel aufgekündigte Regelwerk ermöglichte den Piloten, bereits ab dem Alter von 55 Jahren mit bis zu 60 Prozent der Bruttobezüge auszuscheiden.

Frankfurt/MainIm Tarifkonflikt bei der Lufthansa verschärft die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Gangart. Man werde die Verhandlungen für die rund 5500 Piloten nur fortführen, wenn Lufthansa juristisch verbindlich anerkenne, dass der gekündigte Tarifvertrag zur Übergangsversorgung bis zu einer Neuregelung weiter gelte, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg am Mittwoch der dpa in Frankfurt. „Nur so ist in den Verhandlungen eine Waffengleichheit herzustellen.“

Das vom Unternehmen zum Jahreswechsel aufgekündigte Regelwerk ermöglichte den Piloten, bereits ab dem Alter von 55 Jahren mit bis zu 60 Prozent der Bruttobezüge auszuscheiden. Auch das Risiko der Fluguntauglichkeit war in dem Abkommen über eine Versicherung geregelt. Lufthansa hatte zwar erklärt, die Übergangsregeln für zwei weitere Jahre anzuwenden. Die verbindliche arbeitsrechtliche Nachwirkung des Tarifwerks hat sie aber nicht anerkannt.

Carsten Spohr: Pilot und Lufthansa-Kenner

Charismatisch, flugbegeistert und erfahren: Mit Carsten Spohr hat sich die Lufthansa für einen Favoriten auf den Chefposen entschieden. Seine steile Karriere bei der Airline findet so ihre Krönung.

Pilot aus dem Ruhrgebiet

Carsten Spohr wurde 1966 in Wanne-Eickel im nördlichen Ruhrgebiet geboren. Nach seinem Studium zum Wirtschaftsingenieur an der Universität Karlsruhe erwarb er die Verkehrspiloten-Lizenz an der Fliegerschule der Lufthansa. Danach absolvierte er das Trainee-Programm bei der Deutschen Aerospace AG.

Steile Karriere bei Lufthansa

Mit 27 Jahren kehrte Spohr zu der Airline zurück und schlug dort eine steile Karriere ein: Zunächst übernahm er die Leitung des zentralen Personalmarketings, später arbeitete er sich über verschiedene Funktionen zur Koordination der Regionaltöchter und dem Airline-Bündnis Star Alliance in die Spitze der Kerngesellschaft Lufthansa Passage empor. Zeitweise war er Assistent von Lufthansa-Legende Jürgen Weber.

Blendende Ergebnisse

Als Chef der Frachttochter Lufthansa Cargo lieferte Spohr bis zur Finanzkrise blendende Ergebnisse und zog schließlich 2011 gemeinsam mit dem scheidenden Lufthansa-Chef Christoph Franz in den Konzernvorstand ein. Gemeinsam setzten sie das harte Sparprogramm „Score“ durch.

Endlich Lufthansa-Chef

Anfang Februar 2014 hat die lange Suche nach einem Nachfolger für Christoph Franz ein Ende: Lufthansa will Carsten Spohr zum neuen Vorstandschef machen. Der 47-Jährige galt im Vorfeld schon als Favorit.

Charismatischer Flieger

Auch wenn seine Beliebtheit in der Belegschaft während der Sanierung abgenommen haben dürfte, gilt der begeisterte Flieger Spohr als charismatischer Gegenpol zu Franz. Dessen kühle, analytische Art verprellte viele Lufthanseaten. Spohr ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Die VC hat bereits eine Urabstimmung über einen möglichen Streik bei den Piloten begonnen. „Die Stimmung ist am Boden“, beschrieb Handwerg die Lage. Die Zustimmung zu einem Arbeitskampf auch um ebenfalls ungelöste Vergütungsfragen werde deutlich ausfallen. „Die Kündigung der Übergangsversorgung wird als Kriegserklärung aufgefasst.“ Ein Streik könne zügig nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses am 21. März stattfinden. Lufthansa sucht nach eigenen Angaben das Gespräch mit den Piloten.

Von

dpa

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