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19.09.2013

13:15 Uhr

Tarifverhandlungen

Mindestlohn in der deutschen Fleischwirtschaft

Neuer Wind für die Beschäftigten der deutschen Fleischindustrie: Verhandlungen über einen Mindestlohn starten im Oktober. Das festgelegte Arbeitsentgelt soll auch für ausländische Werkvertragsnehmer gelten.

Mitarbeiter des Fleischunternehmen Tönnies: Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie gerieten in den letzten Monaten stark in die Kritik. dpa

Mitarbeiter des Fleischunternehmen Tönnies: Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie gerieten in den letzten Monaten stark in die Kritik.

BerlinFür die Beschäftigten der deutschen Fleischindustrie beginnen am 22. Oktober Verhandlungen über einen Mindestlohn. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Verband der Ernährungswirtschaft (VDEW) kündigten am Donnerstag die Aufnahme von Tarifverhandlungen an. Ziel sei ein Mindestlohn für alle Beschäftigten in der deutschen Fleischwirtschaft, erklärte Michael Andritzky, Hauptgeschäftsführer des VDEW. Durch eine Aufnahme in das sogenannte Arbeitnehmer-Entsendegesetz solle der Mindestlohn auch für ausländische Werkvertragsnehmer gelten.

Der Verhandlungsführer der NGG, Claus-Harald Güster, erklärte, er erwarte im Interesse aller Beschäftigten und damit auch derjenigen mit Werkverträgen, dass Mindeststandards wie ein Einstiegslohn von 8,50 Euro in der Branche tarifvertraglich vereinbart würden. "Seit Jahrzehnten war es nicht möglich, die Tarifautonomie in der Fleischbranche mit Leben zu erfüllen. Damit werden wir jetzt endlich beginnen", erklärte Güster.

Der Tarifvertrag werde für mehr als 80.000 Arbeitnehmer der Schlachtbetriebe, der Geflügelschlachtereien und der Fleischwarenindustrie gelten und erfasse mit Ausnahme des Handwerks alle fleischverarbeitenden Unternehmen, erklärte die Arbeitgeberseite. Mit dem Tariflohn solle es den "schwarzen Schafen" in der Branche "unmöglich" gemacht werden, "Dumpinglöhne zu zahlen und das Ansehen der Branche weiter zu beschädigen".

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Die Arbeitsbedingungen und Löhne in der fleischverarbeitenden Industrie in Deutschland standen in den vergangenen Monaten nicht nur national in der Kritik. Belgien hatte im April bei der EU-Kommission Beschwerde gegen Deutschland wegen mutmaßlichen Sozialdumpings in der Branche eingereicht.

Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

19.09.2013, 13:34 Uhr

Zitat : Mindestlohn in der deutschen Fleischwirtschaft

- diese Parolen vor der Wahl erinnern mich sehr stark an die Verkündung der Errungenschaften der 5-Jahrespläne bei den Sowjets in den 7o-gern !

Da muß bei Tante Angie noch eine Menge hängengeblieben sein aus der Zeit ! Na ja, da war sie ja auch eine sehr aktive FDJ-Aktivistin !

Auf diesen Erfahrungsschatz kann die CDU( SED ) wohl begeistert zurückgreifen !

Unfassbar und Abscheulich !

Account gelöscht!

19.09.2013, 13:36 Uhr

Krass, wie die Medienlandschaft für Schwarz-Gelb trommelt!! ganz schön primitiv..., aber leider bei den vielen dummen Menschen sehr effektiv...

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