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07.01.2010

13:01 Uhr

Tarifverhandlungen

Privatbahn-Lokführer wollen zweistelliges Plus

Die Lokführer der Privatbahnen wehren sich gegen Lohndumping und drohen mit Streik: Sie verlangen ein zweistelliges Lohn-Plus und die Angleichung der Bezüge an das Niveau der Deutschen Bahn. Ein Streik würde die Wirtschaft an eine empfindlichen Stelle treffen – der Logistik.

Claus Weselsky: "Privatbahnen zahlen Dumpinglöhne" dpa

Claus Weselsky: "Privatbahnen zahlen Dumpinglöhne"

HB FRANKFURT. Die Lokführergewerkschaft GDL droht mit neuen Streiks bei Privat- und Kommunalbahnen. "Wir haben hohe zweistellige Lohnforderungen an die Privatbahnen und werden diese notfalls mittels Arbeitskampf durchsetzen", sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky am Donnerstag auf hr-INFO. Etliche Privatbahnen zahlten ihren Lokführern Dumpinglöhne, von denen die Eisenbahner nicht leben könnten.

Bei den Privatbahnen verdienten die Lokführer zum Teil ein Drittel weniger als bei der Deutschen Bahn. Die Beschäftigten müssten beim Sozialamt zusätzliche Leistungen beantragen. Der GDL-Chef warnte zugleich die Deutsche Bahn davor, mit Billigtöchtern auf den Markt zu gehen. Dies werde die GDL zu verhindern wissen. Die Deutsche Bahn hatte mehrfach gedroht, mit Outsourcing und Niedriglöhnen um Nahverkehrsstrecken zu konkurrieren.

Die Gewerkschaft hatte bereits Mitte des vergangenen Jahres alle rund 50 Tarifverträge für die einige tausend Lokführer von privaten und kommunalen Regional- und Güterbahnen gekündigt. Einige sind inzwischen neu abgeschlossen, wie GDL-Sprecherin Gerda Seibert am Donnerstag der Nachrichtenagentur DAPD sagte. Einige sind inzwischen nach diesen Angaben auch schon neu abgeschlossen. Dazu hatte es wie im Fall der Saarbahn auch Streiks gegeben. Derzeit laufen laut Seibert Tarifverhandlungen mit der Citybahn Chemnitz und der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft.

Ziel der GDL ist es, die zum Teil extrem niedrigen Tariflöhne auf das Niveau der Deutschen Bahn AG zu bringen. Sei dies nicht in einem Schritt möglich, wollen die Gewerkschafter eine sogenannte Netzbeschränkung durchsetzen, wie die Sprecherin weiter sagte. Das bedeute, dass die Betreibergesellschaft mit Tarifbedingungen unterhalb des DB-Niveaus zwar bestehende Strecken weiter betreiben, sich aber nicht mit solchen Dumpinglöhnen für neue Strecken bewerben dürfe.

Die Tarifverhandlungen mit den rund 50 Privat- und Kommunalbahnen ziehen sich laut Seibert wegen der unterschiedlichen Kündigungszeiten und Gültigkeiten über einen längeren Zeitraum dahin.

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