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05.04.2013

15:34 Uhr

Tarifverhandlungen

Verdi droht mit weiteren Warnstreiks bei Lufthansa

Für die Ostertage hatte Verdi die Warnstreiks ausgesetzt. Nun droht die Gewerkschaft erneut mit Arbeitsniederlegungen. Noch vor der nächsten Verhandlungsrunde Mitte April könnte es bei Lufthansa wieder so weit sein.

Verdi-Flagge über dem Lufthansa-Emblem: Bereits im März kam es bundesweit zu Warnstreiks. dpa

Verdi-Flagge über dem Lufthansa-Emblem: Bereits im März kam es bundesweit zu Warnstreiks.

FrankfurtIm Tarifkonflikt bei der Lufthansa droht die Gewerkschaft Verdi mit neuen Ausständen. „Es ist davon auszugehen, dass es vor der dritten Verhandlungsrunde am 17. April noch einmal zu Warnstreiks kommt“, sagte Verdi-Sprecher Christoph Schmitz am Freitag der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage. Im März hatten tausende Lufthanseaten vor allem von Frankfurt/Main und Hamburg aus große Teile des deutschen Luftverkehrs lahmgelegt. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für rund 33 000 Beschäftigte, insbesondere aus den Technik- und Servicesparten.

Die Mitarbeiter seien fest entschlossen, für Beschäftigungssicherung und mehr Gehalt zu kämpfen, sagte der Verdi-Sprecher. Nähere Details zu einem möglichen Ausstand nannte er nicht. Die Lufthansa war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Das Unternehmen äußert sich in der Regel aber nicht zu laufenden Tarifverhandlungen.

Streiks und Warnstreiks im deutschen Luftverkehr

21. März 2012

Am Frankfurter Flughafen fallen während eines fünftägigen Arbeitskampfes mehr als 1700 Flüge aus, rund 170 000 Passagiere sind betroffen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

27. März

Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld legen rund 1500 Beschäftigte des Bodendienstleisters Globeground die Arbeit nieder.

7. September

Die Gewerkschaft Ufo verursacht den bislang größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100 000 Passagiere sind betroffen. Es ist der erste bundesweite Streik der rund 18 000 Lufthansa-Flugbegleiter. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

10. Dezember

Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals führen an mehreren deutschen Flughäfen zu Verspätungen. Verdi hatte zu den Aktionen aufgerufen. Hintergrund sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag.

18. Januar 2013

Ein Streik legt den Hamburger Flughafen weitgehend lahm. Die meisten Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen folgen einem Verdi-Aufruf und legen für den ganzen Tag die Arbeit nieder. Betroffen sind rund 19 000 Reisende.

24./ 25. Januar

Ein Streik des privaten Sicherheitspersonals auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sorgt für große Behinderungen. Hunderte Flüge fallen aus.

14./ 15. Februar

Streiks der Sicherheitskräfte in Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn legen den Betrieb erneut fast komplett lahm.

20. Februar

Die Streiks gehen in Hamburg weiter, vor den Terminals gibt es wieder lange Warteschlangen.

26. Februar

In der ersten Runde der Tarifverhandlungen bei der Lufthansa kommen sich die Parteien nicht näher. Die Gespräche werden auf den 22. März vertagt.

20. März 2013

Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde ruft Verdi zu Warnstreiks an den Standorten Frankfurt, Berlin und Hamburg auf. Die Gewerkschaft Verdi vertritt vor allem Beschäftigte in den Boden- und Serviceeinheiten der Lufthansa.

Die Gewerkschaft verlangt 5,2 Prozent mehr Geld und Kündigungsschutz im Rahmen des Sparprogramms „Score“, das den Abbau von 3500 Stellen vorsieht. Von der Lufthansa verlangt Verdi, ihre Gegenforderungen nach Mehrarbeit, Nullrunden und Aussetzung der Aufstiegsregeln fallen zu lassen. Lufthansa hatte bislang von den Arbeitnehmern Nullrunden und längere Arbeitszeiten angemahnt.

Zuletzt hatte sich das Unternehmen in der laufenden Tarifauseinandersetzung unnachgiebig gegeben. „Wir sind bereit für neue Streiks, notfalls auch der Piloten, wenn wir dadurch unsere langfristigen Ziele erreichen“, sagte Finanzchefin Simone Menne vor Ostern. Das Unternehmen brauche mehr Flexibilität. In manchen Märkten sei es bei den derzeitigen Ticketpreisen nicht möglich, profitabel zu arbeiten. „Wir würden nicht wegen kurzfristiger Harmonie unser langfristiges Wachstum aufs Spiel setzen“, sagte die Managerin.

Verdi zufolge hatte die Lufthansa in den Verhandlungen zunächst kein Angebot vorgelegt, für die dritte Runde aber ein Angebot angekündigt.


Von

dpa

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