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28.08.2015

14:38 Uhr

Tchibo senkt die Kaffeepreise

Feine Milde wird 30 Cent günstiger

Der Kaffee bei Tchibo wird günstiger. Der führende deutsche Kaffeekonzern senkt am kommenden Montag die Preise. Er hatte diesen Schritt versprochen – für den Fall, dass die Preise für Rohkaffee sinken.

Beim führenden deutschen Kaffeekonzern sinken die Preise. dpa

Tchibo

Beim führenden deutschen Kaffeekonzern sinken die Preise.

HamburgDie Kaffeepreise in Deutschland geraten ins Rutschen. Der führende deutsche Kaffeekonzern Tchibo kündigte am Freitag erstmals seit zwei Jahren Preisesenkungen an. Die Lage auf den Rohkaffeemärkten habe sich entspannt, erklärte das Unternehmen am Freitag in Hamburg.

Ab kommenden Montag werden demnach Tchibo-Sorten wie Feine Milde oder Privatkaffee um 30 Cent je Pfund günstiger angeboten. Feine Milde kostet dann in den Tchibo-Filialen zum Beispiel 5,69 Euro. Espresso verbilligt sich um einen Euro je Kilo.

Welcher Kaffeetyp sind Sie?

Ländervergleich

6,4 Kilogramm Kaffee hat jeder Deutsche im Jahr 2010 verbraucht. Insgesamt gingen also 526.860 Tonnen Kaffeebohnen beziehungsweise gemahlener Kaffee über deutsche Ladentheken. Damit schaffen es deutsche Kaffeetrinker im internationalen Vergleich auf Platz drei hinter Brasilien und den USA. Grund genug für die Redaktion von brandeins Wissen, das Magazin "Kaffee in Zahlen" herauszugeben. Demnach gibt es verschiedene Kaffeetypen, wie beispielsweise den...

Puristen

Der Purist legt wenig wert auf die Kaffeemaschine an sich - oft hat er nicht einmal ein elektrisches Gerät sondern brüht per Hand. Er ist etwas älter und trinkt seinen Kaffee gern schwarz. Einmal am Tag Kaffee genügt dem Puristen. Er trinkt ihn meist morgens oder im Lauf des Vormittags. 16 Prozent der Deutschen gehören zu dieser Kategorie.

Pragmatiker

Der Pragmatiker

17 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland gehören zu den Pragmatikern: Ihnen hilft Kaffee vor allem dabei, morgens schnell wach zu werden. Abends trinken sie daher kaum Kaffee. Die Pragmatiker werden als mittelalt und eher weniger zufrieden mit ihrer Lebenssituation beschrieben.

Zucker und Milch

33 Prozent der Pragmatiker trinken ihren Kaffee am liebsten mit Zucker und Milch, nur 27 Prozent bestehen auf schwarzem Kaffee. Bei 24 Prozent kommt der aus dem Espresso-Vollautomaten. Wer so ein modernes Gerät hat, nutzt es zwar entsprechend häufig, spät abends greifen nur noch 28 Prozent der Pragmatiker zur Kaffeetasse.

Die Anspruchsvollen

Die Anspruchsvollen

Für 19 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland ist Kaffee ein Genussmittel und dementsprechend viel erwarten sie von der Qualität. Die Anspruchsvollen greifen zu jeder Uhrzeit zum schwarzen Wachmacher, etwas mehr als ein Drittel trinkt ihn gern weiß und süß. Spätabends greifen immer noch 50 Prozent der Anspruchsvollen zu Kaffee und 14 Prozent haben zuhause vier oder mehr verschiedene Versionen.

Vollautomaten

Die Anspruchsvollen sind auch die Gruppe, in der die meisten Menschen einen Kaffee-Vollautomaten besitzen. 24 Prozent haben ein solches Gerät statt herkömmlicher Kaffee- oder Padmaschinen. 86 Prozent gaben an, ihren Kaffeewunderautomaten regelmäßig zu benutzen.

Schlemmer

Schlemmer

17 Prozent der Kaffeetrinker mögen es weiß und süß, sie bevorzugen die Milchschaumvarianten wie Latte macchiato und Cappuccino gegenüber klassischem Filterkaffee. Diese sogenannten Schlemmer sind in der Regel junge Frauen. Viele von ihnen haben zuhause eine Pad- oder Kapselkaffeemaschine. 46 Prozent von ihnen schlürfen auch spät abends noch gern einen Milchkaffee.

Variationen

Kaffeevariationen mögen übrigens alle Gruppen gerne: Sowohl Cappuccino und Latte macchiato als auch Eiskaffees und süße Milchkaffees sind überall beliebt. Außer bei der Gruppe der Puristen und der Klassiker trinkt mehr als ein Drittel der unterschiedlichen Kaffeetypen gerne süß und mit Milch.

Klassiker

Klassiker

19 Prozent der Konsumenten gehören zu den Klassikern. Das heißt, sie wollen gute, qualitativ hochwertige Kaffeemaschinen und Kaffees. Variationen mit Macadamia-Aroma und Sojamilchschaum sind dagegen nichts für sie. Zu dieser Gruppe gehören viele ältere Menschen, die eher in kleineren Ortschaften als in den Metropolen leben. Kaffee trinken sie zu jeder Tageszeit, bevorzugt Filterkaffee.

Die Genügsamen

Die Genügsamen

Rund 12 Prozent der Kaffeetrinker zählen zur Gruppe der Genügsamen. Sie achten mehr auf den Preis als auf die Qualität, sie trinken aber auch deutlich weniger als die anderen Gruppen. Außer Haus trinken sie eher selten Kaffee. Zu den Genügsamen gehören überwiegend junge Männer.

Die befürchtete Dürre in Brasilien – dem wichtigsten Anbauland für Kaffee weltweit – sei ausgeblieben, begründete ein Tchibo-Sprecher den Schritt. Mit der Preissenkung löse das Unternehmen das Versprechen aus dem Frühjahr ein, die Preise zu reduzieren, sobald die Entwicklung an den Rohkaffeemärkten dies zulasse. Damals hatte Tchibo die Kaffeepreise noch um 20 bis 30 Cent pro Pfund angehoben und dies mit dem hohen Dollarkurs begründet.

Nach Angaben der International Coffee Organization (ICO) sind die Kaffeepreise bereits seit Ende vergangenen Jahres auf Talfahrt. Dazu trage nicht zuletzt die Schwäche der brasilianischen Währung bei. Auch die Sorgen über Produktionsengpässe hätten sich weitgehend gelegt, betonte die ICO.

Doch könnte auch der harte Wettbewerb auf dem deutschen Kaffeemarkt eine Rolle spielen. Durch die Fusion der beiden Unternehmen Mondelez und D.E. Master Blenders zum Kaffeeriesen Jacobs Douwe Egberts (JDE) hat Tchibo auf dem Heimatmarkt einen Konkurrenten bekommen, der nur wenig kleiner ist, als der Hamburger Marktführer.

Tchibo selbst musste 2014 Rückgänge bei Umsatz und Gewinn hinnehmen und begründete dies mit einem schwächeren Gebrauchsartikelgeschäft, Umsatzrückgängen in den Filialen sowie Einbußen im Osteuropa-Geschäft. Der Frequenzrückgang in den Filialen habe durch das Online-Geschäft – trotz Wachstums – noch nicht ausgeglichen werden können.

Von

dpa

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