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18.11.2012

10:05 Uhr

Technik-Service in den USA

Die Geeks, die nach Hause kommen

Wein oder Milch ins Laptop geschüttet? Dafür gibt es in den USA, die „Geek Squad“. Die Truppe löst solche Probleme – und muss jetzt die eigene Muttergesellschaft aus dem Dreck ziehen.

Seit 2002 gehört „Geek Squad“ zu „Best Buy“. Seitdem stieg die Zahl der Mitarbeiter von 65 auf über 20.000. dpa

Seit 2002 gehört „Geek Squad“ zu „Best Buy“. Seitdem stieg die Zahl der Mitarbeiter von 65 auf über 20.000.

LouisvilleChris Summitt sitzt in Reihe vier, in der Mitte. Wie alle anderen trägt er ein kurzärmeliges weißes Hemd mit schwarzem Schlips, schwarzer Hose und schwarzen Schuhen, am Gürtel eine Art FBI-Agentenabzeichen. Auf dem Schreibtisch steht ein Laptop. Das W-Lan funktioniert nicht, kein großes Problem. Auch kippte der Besitzer Flüssigkeit über die Tastatur. „Wein richtet die größten Schäden an“, sagt Summitt, aber Milch ist schlimmer: „Der saure Geruch ist kaum auszuhalten.“

Summitt ist ein Agent, wie sie bei Geek Squad heißen. In Reih' und Glied sitzen bis zu 250 von ihnen in einer Riesenhalle in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky, dem größten Servicezentrum des vor fast 18 Jahren gegründeten Unternehmens. Das Geschäft läuft glänzend - ganz im Gegensatz zu dem der Mutter Best Buy. Die Elektronikkaufhauskette ist in Schwierigkeiten, Umsatz und Gewinn fallen. Dagegen wächst Geek Squad um sechs Prozent und setzt laut Analysten jährlich zwei Milliarden Dollar um - bei einer Gewinnspanne von 40 bis 50 Prozent vor Steuern.

Jetzt expandiert Geek Squad außerhalb von Best Buy, um der Mutter unter die Arme zu greifen. Seit wenigen Wochen repariert Geek Squad für das Onlineauktionshaus Ebay und die US-Kaufhauskette Target Computer, Fernseher oder Handys. In den USA kennt jeder Geek Squad, im Fernsehen lief mit „Chuck“ eine auf der Firmengeschichte aufgebaute Serie.

Der Student Robert Stephens gründete Geek Squad 1994. Als Werbegag verkleidete er Mitarbeiter wie beim FBI: Das Hemd „hilft dem Agenten, in Krisen cool zu bleiben“, auch kann er mit den kurzen Ärmeln nicht „in einem Drucker hängen bleiben“. Die schwarzen Hosen sind „hilfreich bei auslaufenden Druckerpatronen“. Stephens verkaufte die Firma 2002 an Best Buy, die Zahl der Mitarbeiter stieg von 65 auf mehr als 20 000.

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