Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2004

14:15 Uhr

Technische Gegenbewegung der Aktie

Adecco versucht Gemüter zu beruhigen

Der weltgrößte Personalvermittler Adecco hat Unregelmäßigkeiten in der eigenen Buchhaltung dementiert und sich gegen Vorwürfe einer möglichen Bilanzmanipulation gewehrt. Gegenüber Analysten wies Adecco nach deren Angaben Vergleiche mit Fällen wie Parmalat und Enron zurück. Die Aktie machte an der Börse einen Teil der markanten Vortagesverluste wett.

HB ZÜRICH. Adecco hatte am Montag die Märkte mit einer kurzen Mitteilung in helle Aufregung versetzt, in denen von erheblichen Schwächen bei der internen Kontrolle die Rede war. In einem Gespräch mit der „New York Times“ sagte Adecco-Finanzchef Felix Weber, es gebe keine Bilanzprobleme oder Unregelmässigkeiten in der Buchhaltung, es gehe vielmehr um Fragen der Abläufe. „Es (die Meldung) bedeutet nicht, dass es Unregelmässigkeiten gibt, aber die Situation im Kontrollbereich ist nicht so gut“, sagte Weber. Es gehe nicht um Fehler sondern um Fragen der Beurteilung. Die Verschiebung des Jahresabschlusses 2003 habe zu tun mit einer Änderung des Ansatzes der Wirtschaftsprüfer und einer erkannten erheblichen Schwäche, so Weber.

Am Vortag hatte Adecco die Veröffentlichung des Jahresabschlusses auf unbestimmte Zeit verschoben. Im nordamerikanischen Zeitarbeitsgeschäft seien bei einer Routineprüfung erhebliche Schwächen bei der internen Kontrolle identifiziert worden. Es müssten auch Fragen im Bereich Buchhaltung, Kontrolle und Compliance in Adecco-Bereichen in gewissen anderen Ländern beantwortet werden, hatte Adecco erklärt. Um diese Punkte zu untersuchen und mögliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss festzustellen, sei ein unabhängiger Berater hinzugezogen worden. Weitere Angaben machte Adecco offiziell mit Hinweis auf rechtliche Gründe nicht.

An der Börse machten darauf Vergleiche mit jüngsten Bilanzskandalen wie Parmalat, Enron oder Ahold die Runde und die Aktien gerieten massiv unter Druck und beendeten den Montagshandel mit einem Kursabschlag von 35 %.

„Ich habe diesen Namen (Parmalat) erwähnt (bei Adecco-Führungskräften) und sie haben das überhaupt nicht geschätzt“, sagte Analyst Roger Steiner von Julius Bär Brokerage am Dienstag. „Sie haben klar gemacht, dass sie nicht einmal in der Nähe der Situation von Parmalat seien und wir den Unterschied in der Medienmitteilung sehen sollten“, so Steiner. Auch ein Experte in London, der nach eigenen Angaben Kontakt mit der Firma hatte, sagte, Adecco konzentriere sich gegenwärtig darauf zu erklären, dass es sich um Probleme in der Kontrolle und nicht in deren Reporting handle.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×