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11.04.2011

20:29 Uhr

Telefondienstleister

Investoren übernehmen Macht bei Walter Services

VonSönke Iwersen, Hans-Peter Siebenhaar

Der Kampf um den Call-Center-Betreiber ist entschieden: Die US-Finanzinvestoren HIG Capital und Anchorage haben die Macht bei Walter Services übernommen, wie die alten und neuen Eigentümer am Dienstag mitteilten.

Der Kampf um den Telefondienstleister Walter Services ist entschieden. Quelle: dpa

Der Kampf um den Telefondienstleister Walter Services ist entschieden.

Düsseldorf"Es gibt eine einvernehmliche Lösung", bestätigte Ralf Kogeler dem Handelsblatt auf Anfrage. Kogeler hatte sein Amt als Vorstandsvorsitzender vor kurzem niedergelegt und verliert nun auch seine 26 Prozent an dem Unternehmen.

Die Gläubiger HIG Capital und Anchorage haben 95 Prozent der Anteile übernommen. Im Gegenzug erhalten die bisherigen Gesellschafter wie der Finanzinvestor Odewald & Compagnie, Kogeler sowie eine nicht näher benannte Familienholding lediglich fünf Prozent der Anteile.

HIG Capital und Anchorage hatten im Februar damit begonnen, den Banken von Walter Services deren Kredite von rund 150 Millionen Euro abzukaufen - mit einem Abschlag von rund 80 Prozent. Anschließend verlangten die Finanzinvestoren von den Eigentümern die Herausgabe der Anteile zum Nulltarif. Als diese sich sträubten, zogen die US-Fonds ihr Pfandrecht und kündigten für gestern eine öffentliche Versteigerung der Aktien von Walter an.

Nachdem die Eigentümer erst an der Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens zweifelten, haben sie sich nun gebeugt. Laut Kogeler feilten die Anwälte und Notare gestern lediglich noch an den letzten Einzelheiten der gütlichen Vereinbarung.

Ein Sprecher von HIG wollte sich nicht äußern. Auch eine Sprecherin von Odewald & Compagnie nahm unter Hinweis auf die noch laufenden Verhandlungen keine Stellung. Fest steht allerdings, dass für Odewald & Compagnie die jetzige Lösung bitter ist. Denn der Finanzinvestor verliert den allergrößten Anteil der 40 Prozent, die er an Walter Services hielt. Odewald & Compagnie stieg 2008 mit anderen Investoren ein. Das Übernahmevolumen lag bei 330 Millionen Euro.

Das Unternehmen übernahm dabei eine hohe Schuldenlast. Dann entwickelte sich das Geschäft anders als geplant. Der Umsatz von Walter fiel zwischen 2008 und 2010 von 227 auf weniger als 190 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) fiel von 31,7 auf 5,7 Millionen Euro. Die Investoren mussten bereits 16 Millionen Euro nachschießen, um das Unternehmen zu stützen. Auch die sind nun verloren.

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