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07.10.2011

19:35 Uhr

Telefondienstleister

Walter Services macht Callcenter dicht

VonSönke Iwersen, Hans-Peter Siebenhaar

Der Krisen gebeutelte Call-Center-Betreiber Walter Services schließt seinen Standort in Hamburg. Damit gehen 230 Arbeitsplätze in der Hansestadt verloren.

Walter Services schließt seinen Standort in Hamburg. dpa

Walter Services schließt seinen Standort in Hamburg.

DüsseldorfDer Geschäftsbetrieb wird im ersten Quartal des nächsten Jahres eingestellt. Das teilte der badische Telefondienstleister am Wochenende mit. Wie Unternehmensinsider mitteilen, versucht Walter Projekte mit dem Nivea-Hersteller Beiersdorf zu halten und an einen anderen Standort zu verlagern.

Auch der Standort Schutterwald bei Karlsruhe ist offenbar in Gefahr. Sollten dort Verhandlungen mit der Deutschen Telekom über Volumina nicht zum gewünschten Ergebnis führen, werde dieser Standort zum Ende zweiten Quartals 2012 ebenfalls abgewickelt, so Unternehmensinsider.

Das Unternehmen wollte sich zu einer möglichen Schließung des Standortes Schutterwald nicht äußern. An diesem Standort sind rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. Noch arbeiten für Walter Services rund 8000 Menschen. Das Ettlinger Unternehmen ist nach der Bertelsmann-Tochter Arvato die Nummer zwei der Call-Center-Branche. Die Telefondienstleister leiden generell unter Überkapazitäten, die zu einem ruinösen Preiskampf führen. Durch das Internet ist zudem der Bedarf an Call-Center in den vergangenen Jahren stark gesunken.

Besonders gebeutelt ist Walter Services. Die Firma hatte nach Angaben von Konkurrenten mit Billigangeboten die Branche noch zusätzlich unter Druck gesetzt. Im Frühjahr hatten die US-Finanzinvestoren HIG Capital und Anchorage die Macht bei Walter übernommen. Die Gläubiger hatten damals 95 Prozent der Anteile übernommen. Im Gegenzug erhielten die früheren Gesellschafter wie der Finanzinvestor Odewald & Compagnie, der frühere Vorstandschef Ralf Kogeler sowie eine nicht näher benannte Familienholding lediglich fünf Prozent der Anteile. Eine finanzielle Entschädigung gab es nicht.

 

 

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