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20.07.2011

22:05 Uhr

Telekom-Tochter

Konkurrent erwartet Fusion mit AT&T

Die US-Tochter der Deutschen Telekom könnte schon bald an AT&T verkauft werden. AT&T-Konkurrent Verizon geht davon aus, dass die Behörden der Fusion zustimmen. Andere Konzerne fürchten Wettbewerbsverzerrung.

Bald könnte die Telekom ihre US-Tochter an AT&T verkaufen. Noch fehlt die Zustimmung der Behörden. Quelle: dpa

Bald könnte die Telekom ihre US-Tochter an AT&T verkaufen. Noch fehlt die Zustimmung der Behörden.

New YorkDer geplante Verkauf der US-Tochter der Deutschen Telekom an AT&T wird nach Erwartung des amerikanischen Konkurrenten Verizon von den Behörden gebilligt. Die Fusion sei für AT&T wahrscheinlich notwendig gewesen, sagte der designierte Verizon-Chef Lowell McAdam am Mittwoch auf einer Konferenz. AT&T brauche mehr Mobilfunkfrequenzen. Für ihn sei nur überraschend, dass der Zusammenschluss nicht schon früher gekommen sei, sagte McAdam, der bei Verizon derzeit noch Vorstand für das operative Geschäft ist.

Der milliardenschwere Verkauf von T-Mobile USA an den großen Rivalen AT&T kann aber auch zur Zitterpartie werden. In mehreren US-Bundesstaaten und in Washington formiert sich der Widerstand - weil von aktuell vier landesweiten Mobilfunkanbietern nur noch drei übrig blieben.

Die Sorge ist, dass die Preise steigen und der Service abnimmt. Am Mittwoch hat ein einflussreicher Senator die Kartellbehörden aufgerufen, das Geschäft zu untersagen. Der Mobilfunkmarkt habe bereits heute nur wenige Spieler, schrieb Herb Kohl an den zuständigen Netzregulierer FCC und das ebenfalls zuständige Justizministerium. Mit dem Zusammenschluss würde der Wettbewerb weiter leiden und am Ende würden die Konsumenten geschädigt.

Kohl sitzt einem Wettbewerbsausschuss des Senats vor, der im Mai eine Anhörung zu dem Thema abgehalten hatte. Damals hatten AT&T-Chef Randall Stephenson und der Chef von T-Mobile USA, Philipp Humm, die Sorgen zu zerstreuen versucht. AT&T verspricht einen zügigen Ausbau des in vielen Teilen des Landes lückenhaften Mobilfunknetzes.

Die Deutsche Telekom hatte im März verkündet, ihre wenig erfolgreiche US-Mobilfunktochter für 39 Milliarden Dollar an AT&T zu verkaufen und sich im Gegenzug an dem US-Konzern zu beteiligen. Vor allem der kleinere Mobilfunk-Rivale Sprint Nextel läuft gegen das Geschäft Sturm, weil er fürchtet, zwischen AT&T und dem zweiten großen Telekomkonzern Verizon zerrieben zu werden.

Sowohl die Telekom als auch AT&T haben sich auf einen langen Gang durch die Instanzen der US-Wettbewerbsbehörden eingestellt. Ihrer Schätzung nach wird es bis zum März kommenden Jahres dauern, bis die Genehmigung vorliegt. Beide Seiten rechnen aber unbeirrt mit einem Ja der zuständigen Stellen.

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