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12.01.2016

11:26 Uhr

Tengelmann geht an Edeka

Gabriel erlaubt die Supermarkt-Fusion

VonDana Heide

Edeka darf den Supermarkt-Konkurrenten Kaiser’s Tengelmann übernehmen. Das hat das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfahren. Wirtschaftsminister Gabriel tritt am Nachmittag vor die Presse – wie hart werden die Auflagen?

Die Übernahme wird per Ministererlaubnis genehmigt. dpa

Edeka schnappt sich Kaiser's Tengelmann

Die Übernahme wird per Ministererlaubnis genehmigt.

BerlinBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wird die Fusion von Edeka mit der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann nach Informationen des Handelsblattes aus Branchenkreisen noch im Januar unter Auflagen genehmigen. Man erwarte, dass die Auflagen hart ausfallen, hieß es in den Kreisen weiter. Der Wirtschaftsminister will am Dienstag um 14 Uhr ein Pressestatement dazu abgeben.

Gabriel widersetzt sich damit der Einschätzung der Monopolkommission. Die hatte im August 2015 geurteilt, dass auch eine Ministererlaubnis unter Auflagen und Bedingungen nicht möglich sei. Im April 2015 hatte das Bundeskartellamt die Übernahme der Kaiser’s-Tengelmann-Filialen durch Edeka untersagt.

Die Behörde fürchtete in zahlreichen Regionen eine erhebliche Wettbewerbsbehinderung. Gabriel muss neben den Wettbewerbsbedingungen bei einer Ministererlaubnis auch die Auswirkungen auf das Gemeinwohl berücksichtigen. Den Antrag auf Ministererlaubnis hatten Edeka und Tengelmann bereits im April gestellt.

Edeka und Tengelmann arbeiten seit etwa anderthalb Jahren an dem Vorhaben. Die Tengelmann-Gruppe will sich von ihrer traditionsreichen Supermarktkette trennen, da sie seit 15 Jahren Verluste macht. Kaiser's Tengelmann betreibt rund 450 Filialen und beschäftigt rund 16.000 Menschen.

Katharina Dröge, die wettbewerbspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen kritisiert Bundeswirtschaftsminister Gabriel für seine Entscheidung scharf: „Die Fusion macht die Marktmacht von Edeka noch größer“, sagte Dröge dem Handelsblatt. „Das schadet dem Wettbewerb. Die Leidtragenden sind Bauern und Hersteller, deren Margen immer weiter sinken, während Verbraucher weniger Auswahlmöglichkeiten haben.“

Gabriel habe die Öffentlichkeit und auch die Mitarbeiter von Tengelmann unverantwortlich lang warten lassen, sagte Dröge. „Die Entscheidung kommt spät und enttäuscht. Damit setzt sich Gabriel über alle Experten und jeden Sachverstand hinweg und demontiert Bundeskartellamt und Monopolkommission.“

Kommentare (6)

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12.01.2016, 10:58 Uhr

Der Gabriel soll lieber dafür sorgen, dass die Asoziale Energiewende mit ihren marktfeindlichen EEG abgeschafft wird.
Der Gabriel soll lieber VW den Rücken stärken als es an die politisch auch noch an die Wand fahren zu lassen.
Der Gabriel soll lieber dafür sorgen, dass diese volkwirtschaftfeindliche CO2 Freie Welt Propaganda eingestampft wird bevor es in der Deutschen Wirtschaft und damit in den Gewerkschaften immer mehr Arbeitslose gibt.

Es gibt also viel zu tun, Hr. Gabriel. Sie müssen nur wollen und nicht immer den Dackel für das Bundesumwelamt spielen....Danke!

Herr Hans Mayer

12.01.2016, 11:34 Uhr

Wir benötigen stark fallende Preise für Lebensmittel, "Brot und Spiele" für das Volk.
Jedes 5 te KInd in Deutschland lebt in Armut , da freut es doch wenn "Lebensmittel" billiger werden.
"Packmann" hat wie alle anderen versagt, selbst bei Supermärkten weiß er nichts richtig anzustellen. Halt ein Soze

Herr Vinci Queri

12.01.2016, 12:03 Uhr

>> Gabriel erlaubt die Supermarkt-Fusion >>

Erlaubt Gabriel demnächst auch die Preissenkung für Tierfutter ?

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