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24.07.2012

16:28 Uhr

Termin beim Schiedsgericht

Kein Ende im Machtkampf um Media-Saturn

Auch die Sitzung des Schiedsgerichts hat im Machtkampf um Media-Saturn nichts neues ergeben. In Kürze soll es aber eine Entscheidung geben, so ein Insider. Noch könnte das Verfahren auch vor dem Bundesgerichtshof landen.

Die Unternehmenszentrale der Media-Saturn Holding. dapd

Die Unternehmenszentrale der Media-Saturn Holding.

München/DüsseldorfDer Machtkampf beim Elektronikfachhändler Media-Saturn zwischen Firmengründer Erich Kellerhals und dem Metro -Konzern geht weiter. "Bei der Tagung des Schiedsgerichts hat es keine wesentlichen neuen Erkenntnisse ergeben", sagte ein Insider aus dem Kreis der Prozessbeteiligten am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Das Gericht habe aber zu erkennen gegeben, dass es in Kürze eine Entscheidung treffen werde. "Das Gericht wird sich möglicherweise Anfang August zur Sache äußern", sagte auch eine weitere mit der Angelegenheit vertraute Person. Die Metro und Kellerhals wollten sich zu dem Verfahren nicht äußern. Kellerhals hatte aber bereits deutlich gemacht, dass sich aus seiner Sicht der Streit mit juristischen Mitteln kaum lösen lässt. Im Kern geht es darum, wer auf welche Weise das Sagen beim größten europäischen Elektronikhändler hat.

Am Dienstag hatten sich Vertreter beider Parteien in einem Hotel in München zu einem Schiedsgerichtstermin unter der Führung des ehemaligen Präsidenten des Oberlandesgerichts Düsseldorf, Klaus Bilda, getroffen. Weder Bilda noch die Vertreter von Kellerhals und der Metro wollten sich äußern. "Wir sind zur Verschwiegenheit verpflichtet", sagte Bilda vor Beginn der Sitzung der Nachrichtenagentur Reuters. Das Schiedsgericht tage unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Erwartungen, dass es rasch zu einer Entscheidung kommt, waren allerdings bereits zuvor in beiden Lagern nicht groß gewesen.

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Firmengründer Erich Kellerhals stellt die weitere Zusammenarbeit mit Metro in Frage.

Firmengründer Kellerhals hält 22 Prozent an dem Elektronikfachhändler. Der 72-Jährige liegt mit Metro-Management seit längerem im Clinch über den Kurs bei Media-Saturn. Der Streit entzündet sich insbesondere an dem Beirat, den Metro bei Media-Saturn gegen den Willen der Firmengründer und Miteigner Kellerhals und Leopold Stiefel eingerichtet hat. Es geht um die Frage, worüber das Gremium entscheiden kann und mit welcher Mehrheit. Das Schiedsgericht kam zusammen, nachdem sich das Oberlandesgericht München nach vorläufiger Rechtsauffassung nicht zuständig sieht. Das OLG hat dessen ungeachtet für den 9. August einen Termin für einen Urteilsspruch angesetzt. Danach könnte das Verfahren vor dem Bundesgerichtshof landen.

Der Metro sind die Veto-Rechte von Kellerhals und Stiefel bei Media-Saturn seit langem ein Dorn im Auge. Der Handelsriese will sie aushebeln, um Entscheidungen bei der Tochter schneller durchsetzen zu können. Das Landgericht Ingolstadt hatte es Metro allerdings im Herbst verwehrt, diese mit Hilfe eines Beirats auszuhebeln, um Entscheidungen bei Media-Saturn schneller durchzusetzen. Weil Metro Rechtsmittel dagegen einlegte, landete der Fall vor dem Oberlandesgericht. Metro hält gut 75 Prozent an dem Betreiber der Handelsketten Media Markt und Saturn, benötigt aber laut Firmenstatuten für wichtige Entscheidungen eine Mehrheit von 80 Prozent.

Kellerhals hatte deutlich gemacht, dass nach seiner Einschätzung weder das OLG noch das Schiedsverfahren den Streit wohl beenden kann. "Es zeigt sich, dass die laufenden Prozesse, die die Metro bis zum juristischen Ende durchfechten will, den Konflikt nicht lösen können. Sie behindern aber eine geordnete Führung des Unternehmens", hatte er auf seiner Internetseite erklärt. In einem am Montag veröffentlichten Interview der "Süddeutschen Zeitung" hatte er eine weitere Zusammenarbeit mit der Metro in Frage gestellt. "Wenn der Streit nicht beigelegt werden kann, müssen wir vielleicht über neue Gesellschafter nachdenken." Kellerhals räumte allerdings ein, dass dies schon aus finanziellen Gründen nicht einfach wäre. "Aber eine Trennung von der Metro müsste - wenn wir sie denn wollten - erst mal finanziert werden." Er selbst wolle seine Anteile behalten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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emden09

24.07.2012, 22:37 Uhr

Scheint ja nicht sehr wahrscheinlich, dass sich ein Investor findet, der bereit ist mit einem Minderheits-Querkopf zusammen zu arbeiten. Cordes müsste sich heute noch fragen lasen, wie er seinerzeit auf das schmale Brett kit der 80% Merheit kam.

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