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20.08.2016

10:49 Uhr

Textilbranche

Warum hat es nachhaltige Kleidung so schwer?

Nachhaltigkeit ist kein Fremdwort mehr. Aber während das Thema bei Lebensmitteln im Alltag angekommen ist, sind nur wenige ebenso bewusst beim Kleiderkauf. Damit „ethische“ Mode salonfähig wird, muss sich einiges ändern.

Einer Greenpeace-Studie zufolge achten lediglich 25 Prozent der Befragten auf Nachhaltigkeit beim Kleidungskauf – das Aussehen und der Preis zählen noch mehr. dpa

Textilindustrie in Bangladesch

Einer Greenpeace-Studie zufolge achten lediglich 25 Prozent der Befragten auf Nachhaltigkeit beim Kleidungskauf – das Aussehen und der Preis zählen noch mehr.

BerlinRewe verbannt Plastiktüten. Die Textilketten H&M und C&A verlangen neuerdings Geld dafür. Bio-Produkte sind in Supermärkten eine Selbstverständlichkeit. In Berlin gibt es sogar einen veganen Sexshop. Nachhaltiges Einkaufen scheint in weiten Teilen Deutschlands angekommen zu sein. Aber eben nicht überall: Bei Kleidung ist bei vielen Schluss mit dem bewussten Einkaufen. Warum?

Spätestens seit der Rana-Plaza-Katastrophe in Bangladesch, bei der über 1000 Menschen beim Einsturz einer Fabrik ihr Leben verloren, empören sich viele über unmenschliche Arbeitsbedingungen. Und dennoch: Einer Greenpeace-Studie zufolge achten 25 Prozent der Befragten auf Nachhaltigkeit beim Kleidungskauf. Gleichzeitig rangieren viele Kleidung nach kurzer Zeit wieder aus, werfen sie weg.

Über ein Drittel findet, Kleidung müsse vor allem preiswert sein. Und obwohl zum Beispiel Jugendliche wissen, dass Arbeiter oft schlecht behandelt werden und die Herstellung der Kleidung die Umwelt gefährden kann, zählen beim Kauf vor allem Aussehen und Preis.

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Die Lieferketten in der Modebranche sind häufig schwer zu durchschauen. Nun versuchen einige Hersteller mit einem „Tracker“ für mehr Klarheit zu sorgen. Bis erste Ergebnisse vorliegen, wird es allerdings dauern.

„Einer Textilie sieht man nicht an, wie sie hergestellt worden ist“, sagt Christiane Schnura von der Kampagne für Saubere Kleidung. „Da klebt kein Blut dran.“ Bei Lebensmitteln wisse man, was gesund ist - und was nicht. Auch bei übermäßigen Plastikverpackungen ist klar: Das kann nicht gut sein.

Bei Kleidung ist das schwieriger - denn auch der Preis ist kein Indikator. Teure Kleidung ist nicht automatisch nachhaltig. Und auch wenn auf dem Schildchen im Pulli nicht „Made in Bangladesch“ steht, heißt das nicht automatisch, dass die Wolle nicht trotzdem von dort stammt - und das Teil nur in China zusammengenäht wurde.

Gütesiegel können helfen. Doch es gibt viele verschiedene, die ganz Unterschiedliches auszeichnen. Mit einem generellen Label tut sich der Handel schwer. „Ein allgemeingültiges Siegel kann ich aus Verbraucherperspektive zwar gut nachvollziehen“, sagt Hartmut Spiesecke vom Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie (textil + mode). Allerdings sei die Welt deutlich komplizierter.

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