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29.10.2011

09:23 Uhr

Thailändisch-Deutsche Handelskammer

„Es herrscht teilweise Panikstimmung“

VonUrs Wälterlin

Die Folgen der Flutkrise in Bangkok sind nicht nur für die Bevölkerung sondern auch für die Wirtschaft dramatisch. Auch deutsche Unternehmen sind betroffen. Ein Interview mit Handelskammer-Chef Benjamin Leipold

Benjamin Leipold ist Leiter der Thailändischen-Deutschen Handelskammer (AHK). HB-Online

Benjamin Leipold ist Leiter der Thailändischen-Deutschen Handelskammer (AHK).

BangkokHandelsblatt: Herr Leipold, die Menschen in dieser Stadt sind verunsichert. Fast hat man das Gefühl, es herrsche ein Anflug von Panik. Was ist Ihr Eindruck?

Benjamin Leipold: Das stimmt. Es herrscht hier bei den Mitarbeitern, bei der Bevölkerung überhaupt, teilweise Panikstimmung. Die Informationspolitik ist nicht wirklich gut in dieser Situation. Es gibt jede Minute, jede Stunde neue Informationen, die sich teilweise dann auch als falsch herausstellen. Die Mitarbeiter von Firmen sind natürlich extrem damit beschäftigt, sich in den Medien anzuschauen, ob es auch sie treffen könnte. Man schaut überall: Zeitungen, Facebook. Jeder ist beunruhigt.

Was sind die Konsequenzen für die Firmen in Bangkok?

Die Produktivität ist unter solchen Umständen einfach nicht mehr gegeben. Die Mitarbeiter in den Büros haben Schwierigkeiten, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, verständlicherweise in der Befürchtung, dass etwas passieren könnte. Dann geistern immer wieder Gerüchte durch die Welt, dass jetzt der Strom abgeschaltet wird, dass das Wasser abgestellt wird. Dann kommen die Sorgen hoch, ob und wie man nachhause kommt. Dementsprechend verunsichert sind die Mitarbeiter. Das trifft nicht nur auf unsere Kammer zu, das gilt für die Wirtschaft generell.

Viele Geschäftsleute klagen, die Informationspolitik sei – ungeschminkt gesagt – miserabel. Was könnte denn die thailändische Regierung tun, um sie zu verbessern?

In der jetzigen Situation wird es sehr schwierig sein, die Informationspolitik zu verbessern. Dies, weil sehr viele verschiedene Körperschaften beteiligt sind: die Regierung, die Stadtverwaltung von Bangkok, private Firmen. Da kann ich mir schon vorstellen, dass es nicht gerade einfach ist, die Informationspolitik anzupassen.

Man hat den Eindruck, dass Thailand und Bangkok nicht vorbereitet waren auf so eine Situation.

Das ist mit Sicherheit die schlimmste Flut seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar der letzten 100 Jahre. Die Frage natürlich ist, ob man sich überhaupt hätte vorbereiten können. Thailand kennt seit Jahren Überflutungen. Nur nicht im jetzigen Ausmaß. Ich denke, man wird lernen müssen, wie man sich in Zukunft besser darauf vorbereitet.

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