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11.07.2016

10:45 Uhr

Thalia bekommt neue Eigentümer

Vom Sorgenkind zum trendigen Geschäft

VonFlorian Kolf, Kirsten Ludowig

Der Finanzinvestor Advent gibt seine Beteiligung an Thalia ab. Ein Eigentümerkonsortium übernimmt, während die Douglas-Gründerfamilie Kreke an Bord bleibt. Wie der Finanzinvestor Thalia wieder erfolgreich machte.

Die Eigentümerstruktur der Buchhandelskette ändert sich. dpa

Thalia-Buchhandlung

Die Eigentümerstruktur der Buchhandelskette ändert sich.

DüsseldorfEs war am 15. Oktober 2012, einem Montag. Da saß Henning Kreke, Chef der Douglas-Gruppe, im Düsseldorfer Industrieclub und verkündete Großes. Der Finanzinvestor Advent hatte ein Übernahmeangebot für das Hagener Handelsimperium vorgelegt – und sicherte sich in den Wochen danach die Mehrheit. Seitdem treibt Advent gemeinsam mit der Gründerfamilie Kreke, die nach dem Einstieg des Finanzinvestors mit 20 Prozent an der Douglas-Gruppe beteiligt blieb, den Verkauf der einzelnen Geschäftsbereiche voran.

Der Buchmarkt in Zahlen

Umsatz im deutschen Buchhandel

2015: 9,1 Milliarden Euro.

Quelle: Schätzung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

Umsatz im Internetbuchhandel

2015: 1,6 Milliarden Euro

Anzahl der Neuerscheinungen in Deutschland

2015: 76.547

Anzahl der E-Book-Käufer in Deutschland

1. Quartal 2015: 2,2 Millionen.

1. Quartal 2016: 2,2 Millionen.

Umsatzanteil von E-Books im Publikumsmarkt

1. Quartal 2015: 5,6 Prozent.

1. Quartal 2016: 5,4 Prozent.

Durchschnittlicher Buchpreis im Publikumsmarkt

2014: 10,61 Euro

Quelle: GfK

Nach den Parfümerien, Juwelieren, Modehäusern und Konfiserien bekommt nun zu guter Letzt auch das einst größte Sorgenkind, die Buchhandelskette Thalia, einen neuen Eigentümer.

Wie die Beteiligten in einer Pressemitteilung bekanntgaben, übernimmt ein Eigentümerkonsortium um die Verlegerfamilie Herder aus Freiburg im Breisgau die Mehrheitsbeteiligung an Thalia von Advent. Zum Konsortium gehören auch Thalia-Chef Michael Busch und Unternehmer Leif Göritz. Letzterer sitzt im Beirat des Verlagshauses Herder und werde seine Digitalexpertise künftig als Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Thalia einbringen, heißt es. Die Familie Kreke bleibt auch künftig als Minderheitsaktionär beteiligt.

Die genaue Verteilung der Anteile wurde nicht genannt, auch nicht der Kaufpreis. Es handele sich um einen Betrag im niedrigen dreistelligen Millionenbereich, hieß es in Kreisen des Unternehmens. Die Kartellbehörden müssen dem Verkauf noch zustimmen.

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Ranjan Sen, Managing Partner beim Finanzinvestor Advent, hat sich intensiv um das Douglas-Investment gekümmert. Im Interview zieht er Bilanz über das Engagement, das mit dem Thalia-Verkauf endet – und blickt nach vorn.

„Wir haben unsere Pläne mit den einzelnen Teilen der Douglas-Gruppe deutlich schneller umgesetzt als zu Beginn geplant und alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Ranjan Sen im Interview mit dem Handelsblatt. Er ist Managing Partner von Advent in Frankfurt und hat sich intensiv um das Douglas-Investment gekümmert, das nun mit dem Verkauf der zuletzt verbliebenen Buchhandlungen endet. „Wir hatten anfangs insgesamt fünf bis sieben Jahre als Halteperiode veranschlagt, nun sind es nicht einmal vier Jahre. Und mit der Herder-Familie haben wir auch für Thalia einen sehr guten Käufer gefunden.“

Der Familie Herder ist eine der ältesten Verlegerfamilien in Deutschland. Ihr gehört das gleichnamige christlich geprägte Verlagshaus, das 1801 von Bartholomä Herder gegründet wurde. Seit 1999 steht Manuel Herder in sechster Generation an der Spitze. Neben Büchern und Lexika werden mehrere religiöse und pädagogische Zeitschriften verlegt.

„Thalia hat als führender Buchhändler im deutschsprachigen Raum immer wieder unter Beweis gestellt, dass es Trends und Veränderungen im Buchhandel früh erkennen und erfolgreich gestalten kann“, ließ Manuel Herder mitteilen. „Die intensiven Gespräche der vergangenen Wochen haben gezeigt, dass wir mit der Familie Kreke und dem Managementteam um Michael Busch die gleichen Werte und langfristige Vision für Thalia teilen.“

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

11.07.2016, 12:08 Uhr

Sehr erfreulich - und eigentlich völlig logisch - , dass sich sinnvolle Geschäftsmodelle (dazu gehört u.v.a. alles, was zur Bildung der Menschen beiträgt) immer wieder durchsetzen - oft gegen alle Erwartungen.

Und das, ganz ohne dass irgendjemand dabei benachteiligt wird (eben deshalb - weil sie sinnvoll sind).

Nebenbei:

Bitte bringen Sie so übersichtliche Statistiken wie die in "Der Buchmarkt in Zahlen" zu diesem Artikel bitte auch zu ALLEN anderen relevanten Themen.

Danke!!!

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