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13.04.2012

12:43 Uhr

Tiefbauspezialist

Weniger Gewinn für Bauer wegen Projektstaus

Spezialtiefbauer Bauer hat 2011 deutlich weniger Gewinn erzielt als im Vorjahr. Der Jahresüberschuss betrug 34,1 Millionen Euro, das sind 14 Prozent weniger als noch 2010. Grund sind Verzögerungen bei Großprojekten.

Bauer machte im vergangenen Jahr deutliche Gewinneinbußen. PR

Bauer machte im vergangenen Jahr deutliche Gewinneinbußen.

MünchenDer weltweite Nachholbedarf bei Bau- und Infrastrukturprojekten soll beim Tiefbauspezialisten Bauer den Gewinneinbruch von 2011 bald vergessen machen. 2012 wirkten sich die Stillstände und Verzögerungen auf großen Baustellen in Nordafrika oder Asien noch negativ aus, weshalb der Überschuss nur leicht steigen werde, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Bauer in München. Ab 2013 werde sich das Ergebnis wieder sehr gut entwickeln. Der Umsatz soll in diesem und in den nächsten Jahren um fünf bis zehn Prozent jährlich zulegen.

„Die Baubranche wird in den nächsten zehn bis 20 Jahren auf der ganzen Welt und auch in Deutschland auf der Sonnenseite der Konjunktur stehen“, sagte der Konzernchef, der auch Präsident des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie ist. Nach der Krise erholten sich überall die Märkte. In Fernost, Südamerika und zum Teil auch in Afrika bestehe extremer Nachholbedarf an Bauleistungen. In Westeuropa sei in den vergangenen 20 Jahren zu wenig in Infrastruktur wie Straßen oder Brücken investiert werden, sagte Bauer. In Deutschland werde die Baukonjunktur 2012 weiter positiv sein, wenn auch nicht ganz so gut wie 2011. Vom Boom auf dem Häuslebauer-Markt profitiere sein Unternehmen nicht, weil es auf Gruben für schwierige Bauprojekte in Innenstädten oder Fundamente für Großgebäude spezialisiert sei.

2011 wirkten sich bei Bauer vor allem die Unruhen in Nordafrika negativ aus, die auf Großbaustellen die Arbeiten zum Erliegen brachten. In Ägypten erzielte der bayerische Konzern deshalb 4,5 Millionen Euro weniger Gewinn, in Libyen 1,5 Millionen. Mit Ausnahme von Syrien erwarte er in allen arabischen Ländern positive Entwicklungen, sagte Bauer. In Ägypten und Libyen werde es aber noch etwas dauern, bis wieder richtig gearbeitet werden könne. Ob ein Zwei-Milliarden-Auftrag für eine Staudammsanierung im Irak Wirklichkeit werde, lasse sich nicht sagen. Verhandlungen fänden momentan nicht statt.

„Einer der Haupttreiber für Wachstum am Bau wird in den kommenden Jahren die Energiewende sein“, sagte Bauer weiter. Alte Kraftwerke müssten modernisiert und neue gebaut werden. Auch bei Anlagen für Windkraft, Biogas und Geothermie gebe es für den Konzern viele Chancen. Für 2012 gab er eine verhaltene Prognose ab: Der Nettogewinn von zuletzt 34,1 Millionen Euro soll auf über 35 Millionen steigen. Der Umsatz soll 1,45 (Vorjahr: 1,372) Milliarden Euro erreichen.

Von

rtr

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