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10.01.2014

11:32 Uhr

Tierische Zutaten

Kein Fisch mehr in Valensinas O-Saft

VonCarina Kontio

Für Verbraucher ist es nahe unmöglich, mit letzter Gewissheit Tierprodukte in Lebensmitteln zu meiden. Nach Protesten von Veganern und Vegetariern reagieren jetzt einige Hersteller und verzichten auf tierische Zusätze.

Fisch im O-Saft? Bein einigen Herstellern keine Seltenheit, denn Gelatine wird genutzt, um den Saft zu filtern. Colourbox.com

Fisch im O-Saft? Bein einigen Herstellern keine Seltenheit, denn Gelatine wird genutzt, um den Saft zu filtern.

DüsseldorfFisch im O-Saft? Das ist keine Seltenheit, denn viele Produkte werden mit Gelatine gefiltert. Für Vegetarier und Veganer, die aus Überzeugung kein Fleisch oder keine tierischen Produkte essen, ein großes Ärgernis. Immerhin gibt es eine gute Nachricht aus der Saft-Branche, denn Produkte von Valensina enthalten keine versteckten tierischen Bestandteile mehr.

Das erklärte der Hersteller gegenüber der Verbraucherorganisation Foodwatch. Er reagierte damit auf die Beschwerden zahlreicher Konsumenten. Bislang enthielt der Multivitaminsaft von Valensina Fischgelatine als Trägerstoff für Vitamine, der Orange-Ananas-Saft wurde mit Schweinegelatine von Trübstoffen befreit – beides wurde auf dem Etikett nicht angegeben.

Plätze 1-10 Fruchtsaft-Hersteller

Platz 1: Richard Hartinger (Riha)

Riha ist Deutschlands größter Fruchtsafthersteller. Mit Marken wie Fruchtquell erzielte Riha 2011 einen Absatz von 508,2 Millionen Liter, 276,7 davon in Deutschland. 176,7 Millionen Euro Umsatz bedeuten damit im Vergleich zum Vorjahr einen starken Zuwachs von 11,6 Prozent.

Platz 2: Emig

Die Emig GmbH erzielte 2011 einen Absatz von 433 Millionen Liter – 238,2 davon in Deutschland. Der Umsatz ging im Vergleich zu 2010 etwas zurück: 185 Millionen Euro bedeuten 3,6 Prozent Minus. (Geschätzte Daten)

Platz 3: Eckes-Granini

Eckes-Granini erzielte 2011 nur in Deutschland einen Umsatz von 395 Millionen Liter. Der Umsatz von 329 Millionen Euro bedeutet damit einen ganz leichten Zuwachs von 0,6 Prozent.

Platz 4: Refresco

Die niederländische Holdinggesellschaft Refresco brachte 2011 389 Millionen Liter an den Mann, 241 Millionen davon in Deutschland. Der Umsatz von 137 Millionen Euro bedeutet einen Rückgang um 2,8 Prozent. (Geschätzte Daten)

Platz 5: Stute

Der Getränkesektor des Paderborner Nahrungsmittelunternehmens Stute erzielte 2011 einen Absatz von 275 Millionen Liter, 229 Millionen in Deutschland. Der Umsatz ließ um 3,5 Prozent nach, er betrug 96 Millionen Euro. (Geschätzte Daten)

Platz 6: Valensina/Sportfit

Die Gladbacher Betriebe Valensina und Sportfit erzielten gemeinsam 2011 einen Absatz von 271 Millionen Liter, wovon 221 Millionen in Deutschland verkauft wurden. Die sich ergebenden 165 Millionen Euro Umsatz bedeuten ein Wachstum von 6,5 Prozent.

Platz 7: Niederrhein-Gold

Der in Moers ansässige Safthersteller Niederrhein-Gold erzielt 2011 einen Absatz von 232,5 Millionen Liter, 139,5 Millionen davon in Deutschland. Der Umsatz ging stark zurück: 57 Millionen Euro bedeuten einen Rückgang um 11,8 Prozent. (Geschätzte Daten)

Platz 8: Albi

Der baden-württembergische Getränkehersteller Albi setzte 2011 138 Millionen Liter seiner Säfte ab, 132 Millionen davon in Deutschland. Der Umsatz nahm um 3,3 Prozent zu, er betrug 94 Millionen Euro Umsatz. (Geschätzte Daten)

Platz 9: Punica

Der Fruchtsaft Punica wird von PepsiCo hergestellt und erzielte in Deutschland einen Absatz von 127 Millionen Liter. Das bedeutete mit dem Umsatz 127 Millionen Euro einen Einbruch um 7,3 Prozent. (Geschätzte Daten)

Platz 10: Elro-Gruppe

Die Rostocker Elro-Gruppe verzeichnete 2011 einen Absatz von 124 Millionen Liter, 114 Millionen in Deutschland. Der Umsatz (57,4 Millionen Euro) ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent zurückgegangen. (Geschätzte Daten)

Saft ist nur eines der vielen Beispiele für versteckte tierische Zutaten. Dasselbe gilt beispielsweise auch für Apfelrotkohl, in dem sich Schweineschmalz befindet und laut NDR-Recherchen wird Tomatencremesuppe mit Speckfett zubereitet. Besonders häufig wird in der Industrie aber Gelatine eingesetzt. In Puddings, Quarkspeisen oder Lakritz. Dort muss es allerdings auf der Verpackung draufstehen; anders, als bei Saft, Sekt und Wein.

Nachdem die Verbraucherschützer im Sommer 2012 öffentlich gemacht hatten, dass in vielen vermeintlich veganen oder vegetarischen Lebensmitteln Tierprodukte versteckt sind, forderten zehntausende Verbraucher eine bessere Kennzeichnung tierischer Bestandteile. Einige Hersteller wie Eckes Granini (Hohes C) oder Milram hatten nach der Kritik bereits ihre Rezepturen geändert - nun folgte mit Valensina ein weiteres Unternehmen. Nach wie vor fehlt aber eine gesetzliche Regelung: Enthält ein Lebensmittel tierische Bestandteile muss dies nicht immer auf der Packung angegeben werden.

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